Irgendwie habe ich ein Faible für diesen trivialen Slasher, der zur Zeit entstand, als die College-Jacke ihre Hochkonjuktur feierte. Neben der Narrenmaske trägt sogar unser Killer eine.
Warum man für die Umsetzung allerdings drei Regisseure benötigte, entzieht sich jeglicher Logik. George Dugdale, Mark Ezra und Peter Litten schrieben auch das Screenplay, wo ordentlich Raubbau bei "Monster im Nachtexpress" begangen wurde. Hier hieß der von seinen Mitschülern Gehänselte Kenny, in die "Todesparty" heißt er Marty.
Besonders eine Gruppe von zehn Schüler um die hübsche Carol (Caroline Munro) hat es auf den armen Marty (Simon Scuddamore) abgesehen, doch der Streich im Chemielabor endet für Marty mit Folgen. Durch Säure wird sein Gesicht total veräzt, für ihn ein Grund sich an der gesamten Bande blutig zu rächen.
Leider war es für viele 80er Jahre Slasher typisch nicht in die Pötte zu kommen, auch ein kleines Manko bei "Die Todesparty". Die blutige Dezimierung beginnt erst ziemlich pünktlich zum Halbzeitpfiff, davor halten sich die Schauwerte in Grenzen.
Bei den zehn Charakteren sticht niemand besonders hervor, höchstens Carol in die Marty unsterblich verknallt war, könnte die anderen überleben. Auch weiß der Zuschauer von Anfang an, dass Marty hinter dem ganzen Treiben steckt, denn der organisiert eine Klassenfeier in der mittlerweile geschlossenen "Doddsville Highschool" und hat sich ein paar echte Gemeinheiten ausgedacht, um seine Peiniger ins Jenseits zu befördern.
Das Kanonenfutter denkt nicht weiter darüber nach, lässt die Party steigen, wir ertragen das pubertäre Gewäsch, viel nackte Haut, den Konsum von Drogen und weitere Allüren, welche die US-Teenies laut den Filmemachern damals hatten.
Wie gut, dass unserem Regietrio der schnelle Umschwung zu einer schier aussichtslosen Situation gelingt. Plötzlich sind alle Türen verschlossen, alle Fenster unter Strom gesetzt und draußen tobt ein Gewitter. Hochspannung ist dabei nicht zu erwarten, doch manche Morde geschehen recht unerwartet, wie das Aufplatzen des Bauches.
Hier darf es für damalige Verhältnisse auch fies zur Sache gehen, denn jeder stirbt einen anderen Tod. Die Goreeffekte haben eine gute Qualität, obwohl manchmal zu erkennen ist, dass es sich hierbei nur um Puppen handelt. Aber das tut der nun vorhandenen Rasanz keinen Abbruch, denn eine erbarmungslose Jagd durch das alte und große Schulgebäude hat begonnen. Natürlich darf Marty gegen Ende seine Narrenmaske abnehmen, damit wir sein entstelltes Gesicht zu sehen
bekommen. Gleichzeitig werden schon die ersten Elemente für eine eventuelle Fortsetzung gelegt, die aber nie kam.
Der wohl gravierendste Kritikpunkt dürfte bei den Darstellern zu finden sein. Hinzu kommt eine mäßige deutsche Synchro, mehr als das übliche Slasherniveau ist auch hier nicht zu erwarten, besonders Marty müsste etwas ernster agieren, um der Sache die nötige Glaubwürdigkeit zu verleihen.
"Die Todesparty" ist eine ganz simple Angelegenheit, die trotz der schwachen Darsteller und der langen Aufwärmphase für moderaten Grusel sorgt. Besonders die zweite Halbzeit hat es in sich, auch was die Todesarten der Teenies betrifft. Wer beim Score genau hinhört, wird diverse Sounds von "Freitag der 13." hören. Kein Wunder, denn Harry Manfredini war auch hier für die musikalische Untermalung zuständig. Der Slasherfan wird sich hier durchaus wohlfühlen, aber wer solche Art von Filmen nicht mag, sollte einen großen Bogen machen, denn das Ganze ist schon extrem simpel.