Mit einer Mischung aus „The Driver“ und No Turning Back“ geht Autor und Regisseur Jeremy Rush an den Start und gibt fast 80 Minuten lang ordentlich Gummi. Den ewigen Nebendarsteller Frank Grillo für die Hauptrolle zu besetzen erweist sich dabei als definitiv richtige Entscheidung.
Der Wheelman (Grillo) ist seit einem Jahr auf freiem Fuß und verdient sich seine Brötchen als Fluchtwagenfahrer. Doch beim aktuellen Auftrag geht etwas schief, als er auf die Räuber wartet und von einem Mittelsmann per Telefon die Order erhält, mit Beute, jedoch ohne Räuber zu verschwinden. Doch damit gelangt der Fahrer zwischen mehrere Fronten, während das Leben seiner Tochter in Gefahr gerät…
Rush schlägt einen stilistisch mutig Weg ein, indem die Kamera fast ausschließlich im Fluchtwagen agiert, auch mal Drumherum verweilt, dabei allerdings den Titelgebenden zu fast keiner Zeit aus dem Fokus verliert. Die ersten Minuten verdeutlichen bereits die minimalistische Herangehensweise, als die Kamera auf dem Rücksitz verharrt, auch als der Fahrer kurz aussteigt, um mit seinen Kontaktleuten zu sprechen. Hinzu kommt eine Art Echtzeitaufbau, denn die Handlung spielt sich in nur einer Nacht in einer nicht näher genannten Großstadt ab.
Vereinfacht könnte man zusammenfassen: Es wird gefahren, telefoniert, verfolgt und abgehängt und in nur wenigen Momenten geschossen. Eine leicht emotionale Komponente wird durch das Zusammenspiel zwischen Vater und der dreizehnjährigen Tochter gegeben, welche als Scheidungskind ein paar Grenzen auszuloten versucht. Dadurch erscheint der Fahrer natürlich menschlicher und gleichermaßen sympathisch, da er einerseits nie die Konzentration, die Kontrolle verlieren darf, jedoch andererseits ans Wohl der Familie denkt.
So wird im Zuge der Nacht auf vier Rädern ein wenig taktiert, man muss die Fremden am Telefon sondieren und ein wenig Zeit gewinnen, wenn ein ausgemachter Treffpunkt aus gutem Grund nur kurz angesteuert wird. Passend zum kammerartigen Stil hält sich die pure Action ein wenig zurück, zumal es keine Verfolgungen aus der Distanz zu sehen gibt, jedoch ein paar Blechschäden und ein wenig Blut im Cockpit.
Mit der Konzentration aufs Wesentliche beweist Rush ein gutes Gespür fürs Timing und vermag gekonnt spannende Momente über die komplette Laufzeit zu erzeugen. Obgleich die Zuordnung verschiedener Parteien ein wenig Verwirrung stiftet, manche Entscheidungen des Fahrers ein wenig konstruiert wirken und trotz einiger krimineller Aktivitäten nie die Polizei mitmischt, wird Kurzweil auf schlichtem, jedoch angenehm gradlinigen Niveau geboten.
Und Dank eines überaus präsenten Grillo funktioniert diese Form eines Actionthrillers erstaunlich gut.
7 von 10