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Ich fahre, dann bin ich

Frank Grillo, ein Gesicht das viele kennen, das aber so gut wie nie im Mittelpunkt steht. In diesem einsilbigen Actionthriller zwischen "No Turning Back" und "Victoria" ist das Gegenteil der Fall und er kann endlich mal zeigen, was in ihm steckt. Es geht um einen Fluchtwagenfahrer, der bei den falschen Leuten Schulden hat und für den ein Banküberfall sowie die darauffolgenden Nacht alles andere als glatt laufen... "Drive", "Driver", "Wheelman"? 

Das Netflix-Eigengewächs ist konzentriert, PS-stark und lässig. Es schaut hübsch aus und Grillo ist der Mann der Stunde. Die Kamera verlässt das Auto kaum und liefert einige Einstellungen zum Zungeschnalzen. Ein Mittendrin-Gefühl kann durchweg ertastetet werden. Doch leider versagt die kurze B-Movie-Hatz spannungstechnisch, als hätte sie einen Kolbenfresser. Klar muss man mit einem kleinen Budget haushalten, klar versucht der Film es realistisch zu halten, klar bürgt allein die Grundidee nicht nur inhaltlich ein paar Einschränkungen. 

Doch richtig in eine Sackgasse fährt der Film für mich mit Grillos Gegenspielern, Auftraggebern, Mitfahrern. Austauschbar, langweilig, kaum zu unterscheiden und charakterlos wären noch gesittete Attribute, um die Stimmen, Figuren und Vorfälle im Umfeld des Autos zu beschreiben. Es muss nicht immer Spektakel sein, ruhig kann enorm spannend sein und an top One-Setting-Filmen gibt es genug Beispiele ("Buried"?). Doch beim "Wheelman" waren Sekundenschläfe hinterm Steuer leider nie auszuschließen. Das Geschehen raste an einem vorbei, doch ich blieb Passant, der dem Raser nur desinteressiert hinterherschaute.

Fazit: ein Mann, ein Auto, eine Kamera - simpel, solide, seicht. Ist ein bisschen besser als es sich anhört. Ein bisschen. Hängt im dritten Gang fest. Ich war bereit hochzuschalten. Kam nie was. 

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