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Charlie Sheen war es! Der Typ hielt Teil zwei der japanischen Splatter-Reihe um „Guinea Pig“ für Snuff und leitete das ans FBI weiter, woraufhin die Popularität in den USA wuchs.
Stephen Biro gründete daraufhin ein amerikanisches Pendant mit nunmehr vier Teilen und führte zum zweiten mal selbst Regie. Im Zweifel hat Charlie Sheen Schuld.

Mary (Jessica Cameron) wird Zeugin des Selbstmordes ihres Vaters und entwickelt kurz darauf merkwürdige Gepflogenheiten. Der Besuch beim Psychologen lässt nur einen Schluss zu: Ein Exorzismus muss her!...

Und entsprechende Priester. Da die Reihe um „Guinea Pig“ als kleines Splatterfest bekannt ist, reicht ein Geistlicher natürlich nicht aus, was das erzählerische Konzept bereits ad absurdum führt. Aber Story war bei der Reihe noch nie wichtig und birgt auch hier geballten Dilettantismus. Denn über ein Dutzend Vater Unser kommt man insgesamt nicht hinaus und in der mitgebrachten, goldenen Bibel (die es nur noch zwei Mal weltweit geben soll) steht augenscheinlich auch nicht mehr drin. Dazu gibt es ein paar Kerzen, etwas Weihwasser und das eine oder andere Kruzifix um den Dämon auszutreiben.

Mithilfe von etwas Make-up und gelben Kontaktlinsen wird die Besessene im Verlauf von immer mehr Blut besudelt, was mit einigen grantigen Gewalteinlagen einhergeht. Die handgemachten Effekte umfassen Kehlenschnitte, entfernte Augen, diverse Brüche, aufgeritzte Arme und etwas Body Horror in Form eines zur Unkenntlichkeit verformten Gesichts. Hinzu gesellt sich eine ausführlich inszenierte Szene, in der Innereien ausgewürgt werden und bei der merklich von Meister Fulci abgekupfert wurde.
Die meisten Effekte können sich sehen lassen, ab und an sind entsprechende Latexprothesen deutlich als solche erkennbar.

Leider bereitet das Drumherum nur wenig Freunde. Mal abgesehen von der ausbleibenden Spannung performen die Mimen nahezu durch die Bank miserabel, was besonders bei den deutlich zu vielen, dialoglastigen Passagen zutage tritt. Der Score, überwiegend aus dumpfen Hüllkurven bestehend, dümpelt ohne auch nur einen Akzent zu setzen vor sich hin, was dennoch zur Atmosphäre passt. Die Ausstattung fällt ebenfalls lieblos aus, zumal sich ein Großteil der Handlung in einem schlichten Schlafzimmer abspielt.

Klar, wem die gängigen Exorzismusbeiträge zu unblutig ausfallen, der dürfte diesbezüglich auf seine Kosten kommen, doch Abwechslung oder gar Raum zum Mitfiebern ist hier nicht gegeben, zumal die Spezialeffekte nicht über farbige Kontaktlinsen hinauskommen und außer den Goreeinlagen keine Schauwerte wie Schweben oder bewegte Dinge durch Gedankenkraft eingebunden werden. Splattertechnisch okay, der Rest ist nah am Amateurniveau.
3,5 von 10

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