Kino contra Krimi
"Control" war in seinem Heimatland Belgien im Kino erschienen - das würde man ihm nicht direkt ansehen oder anmerken. Nicht dass der Thriller über kopflose Frauenleichen in Belgien hässlich ist, ganz im Gegenteil. Doch er passt trotz aller Mühe für mich eben eher ins Fernsehen. Was "Das letzte Opfer" (sein Alternativtitel) vom Krimieinerlei abhebt sind seine Ermittler und ihre spezielle Freundschaft, Verbindung, Art. Egal wie knifflig und stressig es wird, egal wie angespannt ihre Beziehung zueinander ist, man merkt den Witz, den Zusammenhalt, die langjährige Freundschaft. Wem schon die bisherigen zwei Filme ("Dossier" und "The Alzheimer Case") der zwei gegensätzlichen Ermittler Vincke und Verstuyft gefallen haben, der kommt auch um diesen Fall nicht herum. Selbst wenn er mit über 2 Stunden unerfreulich aufgeblasen daherkommt.
Leider hinkt die Geschichte eindeutig hinter dem frechen Polizeiteam her. Es gibt eine mysteriöse, sehr ansehnliche Femme Fatale (inklusive erotischer Techtelmechtel), ein paar aufgesägte Frauenleichen, meine Heimatstadt Köln spielt eine Rolle und das Finale kratzt in seiner überraschend spektakulären Härte doch noch am Kinoniveau - doch im Endeffekt hilft das Wenig, wenn man sich schon im ersten Filmdrittel sicher ist, den Fall gelöst zu haben und die Polizisten dadurch wesentlich dummer wirken als sie sollten, der Fall noch konstruierter und lang gezogener erscheint. Und ich bin beileibe kein Krimipro. Krimifan, wie man vielleicht merkt, allerdings auch nicht. "Control" stimmt mich da nicht um.
Fazit: vorhersehbar und nur minimal besser als der durchschnittliche Tatort - doch die spontane Chemie zwischen den Ermittlern und ein paar ansehnliche Erotikszenen machen die Krimihatz für Fans diese Richtung lohnenswert. Ansatzweise.