Frank, ein schwuler Lehrer auf der steten und unruhigen Suche nach schnellen Sexabenteuern, beginnt eine Beziehung mit einem eher monogam eingestellten Mann und muß nun den Spagat zwischen dessen Ansprüchen und den eigenen Trieben meistern; allerdings ist dies keine klassisch erzählte (Liebes-)Geschichte, vielmehr gelingt es Frank Ripploh, der auch die Hauptrolle übernimmt, in ruhigen Bildern eine Art Momentaufnahme einzufangen; wenngleich sich die tatsächliche Handlung wohl über mehrere Monate streckt, liegt das Hauptaugenmerk nicht auf der Geschichte, sondern vielmehr auf dem generellen Konflikt, in dem sich Frank befindet, und den er auch mit Offkommentaren erläutert. Überhaupt ähnelt die Erzählweise einem Dokumentarfilm, was sonst überhaupt nicht mein Fall ist, hier allerdings keineswegs nervig oder künstlich rüberkommt: Man begleitet Frank zum Proktologen, ins Krankenhaus, zum Kaffeeklatsch, und stets schwingen eine gewisse Leichte der Sinnlosigkeit und dezenter Humor mit. Überhaupt, so richtig als Komödie geht der Film nicht durch, glücklicherweise vermeidet Ripploh nämlich platte Albernheiten, und die Probleme zwischen Frank und Bern sind bei näherer Betrachtung eher etwas deprimierend.
Dennoch gerät der Film nie in allzu dramatische oder gar bedrückende Fahrwasser, sondern stellt im Grunde einfach nur die Beziehungsrealität dar, die sich ähnlich auch in Heterokreisen darstellen ließe. Szenen wie die mit der deftig daherredenden Prostituierten im Wartezimmer und der letzte Auftritt Franks im Klassenzimmer sind natürlich bewußt überzeichnet, aber meiner Meinung nach nicht zu überzogen und durchaus in die Handlung integriert. Künstlerische Kniffe wie die die Zwischenblenden in der Szene "Nachhilfe/Aufklärungsfilm" sowie in der Endszene erscheinen ebenfalls nicht aufgesetzt, auch hier kann ich sagen, daß ich auf so artifiziellen Krimskrams normalerweise nicht stehe, in diesem Fall ist es aber stimmig und nicht aufdringlich.
Die expliziten Sexszenen dürften für den ungeübten oder arglosen Zuschauer - gerade hinsichtlich der 16er-Freigabe - etwas überraschend sein, stellen aber einen passenden Bestandteil dar, untermalen sie doch die Realitätsnähe des Films.
Ich kann keinen vergleichbaren Film nennen, aber Freunde ruhiger, leicht schräger Dramen mit Humor werden hier auf ihre Kosten kommen; ein durchweg gelungenes Werk!