Der US-amerikanische TV-Sender Hallmark ist inzwischen bekannt für seinen alljährlichen „Countdown to Christmas“, was eine Reihe von Weihnachtsfilmen auf simplen Fernsehniveau beinhaltet. Ein Blick auf die Cover erinnert an Groschenheftschnulzen der frühen Achtziger, was ein wenig die Richtung der vorliegenden Weihnachtsromanze vorgibt.
Carol (Anne Heche), von ihrer Umgebung oft liebevoll Christmas-Carol gerufen, legt sich jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit mächtig ins Zeug und leitet anbei den Elternrat, um die entsprechende Weihnachtsfeier vorzubereiten. Soeben ist Bauunternehmer Terry (Dylan Neal) mit seiner Tochter in die Stadt gezogen und möchte sich ebenfalls dem Elternrat widmen, - Konflikte der Single-Eltern scheinen vorprogrammiert…
Dass etwas Dekoration nicht zwangsläufig Weihnachtsstimmung aufkommen lässt, untermauert Regisseur Terry Ingram spätestens ab Mitte seiner Geschichte, als die Romanze deutlichere Züge annimmt. Anfangs wird noch ein wenig fürs Fest vorbereitet, ein Weihnachtsbaum ausgewählt oder die Wohnung geschmückt, während die Protagonisten dem Prinzip der sich anziehenden Gegensätze folgen. Carol hält eisern an Traditionen fest und möchte für die Feier rein gar nichts ändern, während Terry progressiver eingestellt ist und frischen Wind in die Schulfeier bringen möchte. Das führt im ersten Drittel immerhin zu einigen lauen Schmunzlern und kleineren Turbulenzen.
Doch im Verlauf kristallisiert sich zunehmend die mangelnde Chemie zwischen Heche und Neal heraus. Speziell Letztgenannter performt kein Stück authentisch, selbst das vermeintlich begeisterte Lächeln wirkt süffisant oder gequält. Heche performt etwas besser und sorgt generell für einige Dynamik, die verliebte Single-Mutti nimmt man aber auch ihr nicht ab. Dieser Umstand ist im Grunde der Genickschuss für jede Romanze.
Immerhin retten die weitgehend unbekannten Nebendarsteller noch etwas, während der weihnachtliche Gedanke deutlich an Dickens angelegt ist, indem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einer Einheit verschmelzen sollen. Natürlich nur im übertragenen Sinne während der Feier und auf beruflicher Ebene von Terry, denn wer als Bauunternehmer unterwegs ist, soll schließlich unter anderem für moderne Hotels sorgen. Auch in diesem Punkt ist bereits nach wenigen Minuten erahnbar, dass dieser Konflikt irgendwann weichgespült werden dürfte. Erahnbar ist der Stoff in sämtlichen Belangen und Überraschungen sind erst recht nicht zu erwarten.
Mit einer Laufzeit von nur 80 Minuten bietet der Streifen genau die richtige Zeitspanne, um nebenher den Weihnachtsbaum zu schmücken (wenn man es sehr akribisch angeht und jeden Lamettafaden einzeln verteilt). Denn um sich komplett auf den Stoff zu konzentrieren, ist er zu lahm ausgefallen, der Christmas-Spirit kommt allenfalls in Ansätzen rüber und aufkommender Charme wird von den beiden Hauptdarstellern oftmals im Keim erstickt.
Mit Weihnachtsbonus noch knapp
4 von 10