Dem Titel gemäß könnte man beinahe auf einen Hollywoodvertreter tippen, doch in Norwegen ticken einige Uhren noch anders, speziell zur Weihnachtszeit. Die literarische Vorlage stammt von 1957, - entsprechend ist das Geschehen angesiedelt und erinnert in seiner Ausstattung an die frühen Märchenverfilmungen der DEFA.
Seit früher Kindheit ist Anderson ein ausgemachter Weihnachtsfan. Nun hat der Tischler selbst Frau und drei Kinder, von denen nur noch der sechsjährige Karl an den Weihnachtsmann glaubt. Gerade als sich Anderson, wie jedes Jahr, als Weihnachtsmann verkleidet und Vorbereitungen trifft, baut er einen Unfall. Als er erwacht, trifft er auf den Weihnachtsmann, der ihn bittet, seine drei Kinder zu besuchen. Der Weihnachtsmann will indes zu Andersons Familie, die den Weihnachtsmann für ihren Papa hält…
Wer zeitgenössische Optik erwartet, dürfte sich mit dem Stoff ein wenig schwer tun, denn bereits das schlicht gehaltene Intro in Strichmännchenzeichentrick gibt den Ton an, während die beinahe zeitlos anmutende Ausstattung ohne jeglichen Firlefanz fast an eine Theateraufführung erinnert. Zumal die Geschichte eigentlich an nur zwei Orten spielt: Andersons Holzhaus und das Domizil des Weihnachtsmannes, welches in einem Baum integriert ist, dazwischen sieht man nur einen verschneiten Nadelwald.
Dennoch kommt der Stoff rasch auf den Punkt, bringt zur Auflockerung erst einmal Andersons Tollpatschigkeit ins Spiel, wogegen der sechsjährige Karl ein treffsicheres Symbol für Hoffnungen und Sehnsüchte der Kinder an Weihnachten verkörpert, - spätestens als er am Fenster steht und in der verschneiten Dunkelheit auf ein Zeichen vom Weihnachtsmann hofft.
Ab Mitte folgt die Handlung dann dem Prinzip des Vatertauschs, wobei es bei Anderson insofern lustiger zugeht, als dass ein Großteil der Familie damit beschäftigt ist, den „verkleideten“ Anderson zu entlarven. Etwas besinnlicher, jedoch auch ein wenig altbacken geht es bei der Weihnachtsfrau zu, denn diese Familie lässt sich mit geschnitzten Holzfiguren beglücken, wobei der Kochlöffel für Muttern besondere Freude auslöst.
Obgleich ein paar altmodische Werte vermittelt werden und die Ausstattung aufs Nötigste begrenzt ist, bereitet die Geschichte Freude und dürfte in entsprechender Stimmung Jung und Alt zusagen. Darstellerisch okay, musikalisch absolut treffend, wird ein recht atmosphärischer, zuweilen lustiger, meistens besinnlicher Film präsentiert, der mit knapp 70 Minuten genau die passende Laufzeit mit sich bringt.
7 von 10