Review

Valentinstag Special

MY FURRY VALENTINE

Herzen die schmerzen wie Puperzen

„Big Mouth“ war nie ein Instant Hit für Netflix, immer eher unter dem Radar, manchmal auf der Kippe und anfangs sogar arg in der Kritik. Von den ersten übervorsichtigen Stimmen über „Kinder und ihre gezeigte Sexualität“ bis hin zu einem der Fanfavoriten des Streaminggiganten und diesem Spezial zum Valentinstag war es ein weiter Weg. Doch er hat sich gelohnt. Manchmal zahlt sich Geduld aus. Sollte Netflix öfters beachten und nicht immer vorschnell tolle Serien und Ideen einstampfen. Nicht dass „My Furry Valentine“ jetzt die aller größte Sternstunde am Serienhimmel oder in dieser Pubertscollage darstellt, doch es ist insgesamt toll, dass es sie gibt und dass Netflix Fans mit diesem Zwischensnack an diese Animationsperle erinnert. In dieser zusammenhängenden Doppelfolge zum Tag der Liebenden geht es, wie sollte es auch anders sein, um die Liebe, die Beziehungen, die Klischees und die Romantik. Und natürlich um allerlei körperliche Betüchtigung und den Flüssigkeitsaustausch in diesem Zusammenhang. Typisch „Big Mouth“ eben.

Als Vorbereitung und kleines Warm-Up für Staffel 3, als Brücke zu kommenden feucht-fröhlichen Eskapaden eignet sich diese Herzchenfolge ideal. Wir sehen wie Nick mit seiner neuen Hormon-Monstress (einer unglaublichen Maya Rudolph!) zurechtkommen und mit den leicht weiblichen Zügen, die er entwickelt, umgehen muss. Außerdem versucht Andrew vergeblich und aufdringlich bei Missy zu landen, es werden wieder Kissen gef*ckt und es wird erstaunlich viel gesungen. Jede liebgewonnene Figur bekommt mindestens einen strahlenden Moment, von Coach Steve bis zum Duke, und für Fans der Serie gibt es um diese chaotisch-romantischen 45 Minuten kaum ein Drumrum. Besonders die etlichen Anspielungen auf Klassiker des Liebesfilms, von „Harry und Sally“ bis zu Screwball-Komödien, haben es mir angetan. Außerdem gibt es für die Überkommerzialisierung des V-Tags eins auf den Deckel und für toxische Männlichkeit ebenso. Zu recht natürlich. Manch eine Figur entwickelt sich sogar ein wenig und reift. Zumindest mehr, als man das von einem Special erwarten könnte. Eine lobenswerte Sache, vor der sich „Big Mouth“ noch nie gescheut hat. Und irgendwann wird unsere Gang aus diesem brisanten Alter herausgewachsen sein. Doch bis dahin genieße ich diese mutige Animationsperle mit allen Zwischenstationen, Tabubrüchen und Pubertätsflashbacks.

Fazit: ein willkommenes Intermezzo der „Big Mouth“-Familie, mit viel Liebe zum Detail. Doppelfolge ohne größere Folgen. Nehme ich aber gerne mit. Ich kriege von dieser absurden aber dennoch völlig normalen Pubertätspanik kaum genug. (7,5/10)

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