Review

Staffel 4 - 8,5/10

Staffel 4


A Long Hot Summer

Am Anfang noch belächelt bis kritisiert und sogar bepöbelt - mittlerweile eine unangefochtene Speerspitze der animierten Unterhaltung auf Netflix. Für Jung (ok, nicht super jung) und Alt, für pubertär oder ausgewachsen, für zwischendurch und zum Bingen. Und Staffel 4 von „Big Mouth“ baut dieses Fundament gekonnt aus, liefert wahrscheinlich das beste Jahr der Serie bisher überhaupt ab. Im vierten Durchlauf der (immer älter werdenden) Kids und Teenager geht’s zuerst in ein turbulentes Camp, dann geht die achte Klasse los und alte Probleme sind zurück - von mächtigen Perioden über dauerhafte Geilheit bis zu Depressionen, Beziehungsproblemen und Zukunftsängsten...

Ich mag, dass die Figuren nicht nur älter werden, sondern sich (natürlich inklusive einiger hartsitzender Macken und Zweifel) auch charakterlich weiterentwickeln. Ich mag die offene und ehrliche und lustige und lockere Art, wie mit Sexualität und Erwachsenwerden umgegangen wird - ganz untypisch für die sonst immer deutlich prüde eingeschätzten Amis. Ich mag die Musicaleinlagen und die enorme, nicht aufgezwungen wirkende Inklusivität. Ich mag die verschiedenen Figuren und Blickwinkel, die coolen Hormonmonster und allgemein die klasse Synchronstimmen. Ich mag, dass sich diese vierte Staffel auch mal etwas traut und von bekannten Wegen abkommt - etwa in der „Zukunftsepisode“ oder der Halloweenfolge. Ich mag, dass man nun in den besten Momenten manchmal fast an ein versauteres „Rick & Morty“ erinnert. Ich mag, dass man sich nun sogar schon traut, den Simpsons eins auszuwischen (obwohl man natürlich noch lange nicht in deren Liga spielt). Ich mag Jay und Lolas leidenschaftliche Beziehung. Ich mag die „Cafeteria Girls“. Ich mag, dass die Mädels nun gefühlt fast gleichberechtigt im Rampenlicht stehen. Ich mag Coach Steve. Und ich mag nahezu jede Figur mittlerweile einfach sehr, sehr gerne. Mit all ihren Marotten und ganz menschlichen Zweifeln, die uns allen sehr bekannt vorkommen dürften. Eine tolle Serie für eine neue, zwar meist deutlich aufgeklärtere, aber mitnichten selbstbewusstere und mit Sex(ualität) natürlicher umgehende Generation. Aber eigentlich eh für alle. Zwischen „Sausage Party“, Aufklärungsunterricht und „Disneys Große Pause“. 

Fazit: Sommercamp, Selbstzweifel und Sexoffensive - die vierte Staffel von „Big Mouth“ erreicht einen Höhepunkt nach dem anderen. Für mich ist die Serie nun endgültig in Topform. Ungeniert und unersättlich. Unbedingtes Pflichtprogramm - nicht nur für Teenager! (8,5/10)

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