General Xu [ Johnny Wang Lung-wei ] „bittet“ die drei besten Kämpfer der North und South Shaolin zu sich an den Hof; sie sollen die Manchu Soldaten trainieren. Während die North mit Xu Fang [ Sun Chien ], Bao Shanxiong [ Lu Feng ] und Yang Zhangfei [ Chiang Sheng ] wirklich ihre Recken entsenden, schicken die South nur milde fähige Männer. Die dann im Kampf um den Posten „Vorgesetzter oder Assistant“ auch vorgeführt werden; und den Hof auch nicht mehr lebend verlassen, da sie Xu heimlich umbringt.
Dem South Shaolin Master Mai Qi [ Chan Shen ] wird allerdings vorgegauckelt, dass sie von den North getötet wurden; als dieser erneut drei Leute entsandt und die ebenfalls im Sarg zurückbekommt, schlägt er einen anderen Weg ein:
Sein Triumvirat aus He Xingwu [ Philip Kwok ], Zhu Zhangcheng [ Lo Meng ] und Mai Feng [ Wai Pak ] wird zu speziellen Wing Chu und Mantis Lehrmeistern geschickt bzw von ihm selber dezidiert ausgebildet, um nach erfüllter Lehre die Rache zu vollziehen...
Es gab Zeiten im HK Kino, da galten derartige Prämissen nicht als Vorwand für Action, sondern für Trainingseinheiten; wurden die späteren Kombattanten doch erst für den Kampf überhaupt gedrillt und entsprechend vorbereitet. Vor allem Ende der 70er Jahre war diese Methode recht beliebt und entwickelte ein regelrechtes Subgenre, zu dem unter anderem auch die Klassiker Die 36 Kammern der Shaolin und Sie nannten ihn Knochenbrecher gezählt werden können.
Invincible Shaolin bedient sich gleichfalls dieses Themas und multipliziert die Zahl der Lernenden noch um 3 und kann damit nun wirklich fast den gesamten Film mit Trainingsstunden ausfüllen; etwas wo manchem vielleicht die Augen vor Begeisterung aufgehen werden, aber der andere eher gelangweilt ist.
Das simple Schema kennt man ja und anderen beim Schwitzen und Stählen zuzusehen hört sich eigentlich genauso wenig prickelnd an wie es ist; das wenige drumherum gilt nur notdürftig als Alibi und kann von seiner Warte aus nur einen äusserst dünnen Unterbau bieten.
Interessant ist dann auch nur die Frage des Ausganges, weswegen man dann eben doch dranbleibt; in der Hinsicht wurde durch die Einleitung gute Ansätze geschaffen.
Grund dafür ist vor allem der Perspektivenwechsel; der Umschnitt von den Männern der North Shaolin hin zu den anfänglichen Verlierern der South und die spätere Konzentration auf diese sorgt für eine gewisse Neugier auf den Ausgang. Zumal beide Seiten mit nicht immer hehren, aber zumindest verständlichen Motiven ausgestattet sind und das Böse hierbei auch ein ganz anderes Gesicht hat.
Als Primärgrund für die schweisstreibenden Anstrengungen gilt logischerweise die Rache, der in den ersten 20min dann scheinbar auch genügend Aggressionsmaterial geliefert wird.
Diese einleitende Episode ist wahrlich nicht die spannendste des Filmes und verwirrt mit einer Vielzahl von – selbst für den Kundigeren nun wahrlich gleichaussehenden - Personen, die erst vorgestellt und dann aber zum Grossteil schnell wieder aus der Handlung geschrieben werden. Letztlich ist man fast dankbar sowohl für die Streichung einiger Akteure als auch den Umschwung hin zu den drei Lehrmeistern und ihrer Ausbildung, da sich aus dem Prolog weiter nichts ergibt. Die wenigen Zwischenschnitte an den Hof des Generals sind dann auch durchweg plumper Natur und scheinen einzig dafür zu dienen, die North Shaolins nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Diese sind mittlerweile nämlich auch misstrauisch wegen ihrer plötzlich verstorbenen Gegner geworden und ermitteln deswegen, zumindest auf dem Papier. Ausserdem lacht sich jeder eine Frau an. Die meisten der Szenen sind ohne Anmut und bewegen sich noch nicht einmal in attraktiv wirkenden Kulissen; sowieso werden die wenigen Locations schnell eintönig, vom Interieur her sorgt man nie für eine Augenweide. Da hat man schon mehr Anstrengung bei den Ausstattern bemerkt und willkommen geheissen; einzig bei der Anfertigung von Styroporfelsen und Plastikhimmeln hat man sich hier ausgetobt.
Auch der Beweggrund für den Finalkampf wirkt sehr schwach; weder die Aufgestachelten noch die Hereingelegten kommen bis zum Schluss partout nicht auf den wahren Hintergrund und lassen sich in ihrer Beschränktheit bis dahin wie Marionetten lenken. Die Durchsichtigkeit des Generals Xu ist dabei ebenso offensichtlich wie natürlich das letzte Aufbäumen des sterbenden Mai Qi am Totenbett, der nichts anderes zu tun hat als in seinen abschliessenden Worten noch das Versprechen auf Rache bis zum Tode von seinen Schülern abzunehmen. Richtige Identifikationsfiguren bei den so Vorgeführten, die mit etwas Überlegen auch jederzeit die Chance zum Aussteigen wahrnehmen könnten, werden so auch nicht geboten. Zumal die Venoms Truppe nicht gerade die subtilsten Darsteller sind und auch eher dumpf und unempfänglich agieren.
Als Ausnahme davon gelten einige wenige humoristische Elemente sowie speziell Chiang Sheng, der auch mal etwas flippiger erscheinen darf.
Das Training selber weist ebenfalls einige gute Momente auf; abseits der ungewöhnlichen Strafmassnahmen Rührei und Gartenarbeiten ist die gewohnte Umformulierung von einfachen zu immer schwerer werdenden, aber eben nur leicht varriierten Übungen immer noch ganz sehenswert.
Auch der Showdown birgt durch schwarz/weiss Subsequenzen der Fortbildung – noch durch Zeitlupen betont – einige gelungene Akzente in sich und macht dort rückwirkend einen guten Eindruck. Zumindest für den Moment. Eine längere Beeinflussung auf die Wahrnehmung des Zuschauers sollte der Film mangels Tiefgründigkeit eigentlich nicht haben dürfen; weswegen auch der propagierte Kultstatus eher ungewöhnlich erscheint.
Zu selten griff man auf das Stilmittel einer richtigen Narration zurück; zu deutlich das veranschlagte Prinzip einer "Let's practice" - Varieteshow.