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Die gleiche Prozedur wie das Jahr zuvor, pünktlich zum tatsächlichen Halloween in den Verleih gebrachte Horrorkomödie vom mehr oder minder umstrittenen, und gleichzeitig auch mehr oder minder ignorierten Tyler Perry, der seit 2005 und Diary of a Mad Black Woman die Abenteuer der Tante namens Madea nicht nur in das Theater, sondern eben auf die große Leinwand und dies überaus erfolgreich gebracht hat und dies die nächsten Jahre nicht nur aufgrund finanzieller Rentabilität auch weiterhin am Ausleben ist. Die nunmehr auf die Zehn angewachsene Madea-Reihe ein Unikat für sich, in dem der Filmemacher in Personalunion jeweils die Texte schreibt, die Hauptrolle(n) spielt, für die Produktion entscheidend mit verantwortlich ist und auch die Regie noch führt:

Pünktlich zu ihrem 18. Geburtstag wünscht sich die nun volljährig gewordene Tiffany Simmons [ Diamond White ] nicht nur ein Auto, sondern auch die Erlaubnis der Teilnahme der alljährlichen Halloweenparty der lokalen Studentenverbindung und damit bei wesentlich älteren Jungs. Beides lehnt ihr alleinerziehender Vater Brian Simmons [ Tyler Perry ] ab, und will stattdessen lieber eine altmodische Feier im Kreise der Verwandten, darunter auch der Tante Mabel "Madea" Simmons [ auch Perry ] und Uncle Joe Simmons [ ebenfalls Perry ] ausrichten, was der jungen Frau natürlich gar nicht gefällt. Unterstützung bei ihren Vorhaben, die diesmal am berüchtigten Lake Derrick stattfindende Party über Nacht zu besuchen (und ein Auto) erhält Tiffany dabei von ihrer von Brian geschiedenen Mutter Debrah [ Taja V Simpson ], was zu einigen Verdruss bei ihrem Vater führt. Und tatsächlich scheinen sich dessen Sorgen zu begründen, gehen doch am See noch abseits des Geschehens mittlerweile mehrere unheimliche Gestalten herum.

Perry hat mit Boo 2! dabei die Fortsetzung zum 2016 mit großem Erfolg gestarteten Boo! A Madea Halloween inszeniert, hier nun mit an den Kassen (verglichen damit) deutlich geringeren 47 Mio. USD Einspiel (gegenüber zuvor 75 Mio.) und auch bei den (sowieso stets wenig begeisterten) Kritikern, aber auch den Zuschauern selber zu mehr Widerspruch geführt; der direkte Anschluss der Geschehnisse im Hause Simmons, in dem es sich nun weiterhin oder wieder um Ärger mit dem Übersinnlichen und/oder dem Unerklärlichen dreht. Die Filme trotz dieses Genrezusatz in den Bereich des auch weltweit anerkannten Themas um den Horror und seine Humorisierung außerhalb der Vereinigten Staaten als nahezu unbekannt und weder vertrieben noch so rezensiert; mit ein Unterschied zu Beispiel den scheinbar die gleichen Voraussetzungen erfüllenden Zweiteiler um A Haunted House 1 & 2, der auch weltweit gesehen und besprochen wird.

Ein Grund dafür ist vermutlich die Eigenart von Perry, der in seinen Mitteln eher altmodisch bis auch klein und nahezu familiär gehalten sich rein auf die Erzählung um die Familie in einer Art und Weise bemüht, die archaisch nahezu wirkt und teils auch als "coonery and buffoonery" beschrieben bzw. verächtlich bezeichnet wird. Kein speziell Erwachsenes Programm, aber auch keines, dass (vermutlich) dem Jüngeren Publikum (gleich welcher Hautfarbe und auch gleich mit welcher Gesinnung) gefällt, sondern bisweilen an eine in sich verbliebene längere Episode einer längst vergangenen Situationskomödie um 'Onkel Tom' und seinen Hausstand erinnert. Perry, hier wieder Autor, wirkt dabei als Darsteller überaus solide, aber die selber geschriebenen Dialoge und Monologe sind erneut viel zu nichtig, zu repetierend, und bald auch anstrengend mit allerlei Schimpfwörtern wie eben dem "Nigga" usw. angereichert, als das die eigentliche Botschaft der Familie dahinter noch zieht.    

Dabei eröffnet man ähnlich wie der Vorgänger, ist zwar auch hier chronologisch genau ein Jahr vergangen, aber hat sich von Set und Setting her nichts verändert; wie das Leben in seiner Routine und Unaufgeregtheit so spielt. Das größte Ereignis ist noch der heutige Geburtstag von Tiffany, der von dem noch für diverse Aktivitäten als illegal geltenden Alter 17 hin zu dem wesentlich mehr versprechenden 18 wechselt, und diese frohe Kunde auch entsprechend verbreitet und somit den Startschuss für allerlei Diskussionen und Problematiken gibt. Zum einen kratzfüßelt sie sich fast schon demütig bis anbiedernd bis damit auch verführerisch wirkend wieder bei den (fast doppelt so alten) "Jungs" der Studentenverbindung ein, die sich schließlich davon breitschlagen lassen und den Treffpunkt und die Zeit für die diesjährige Halloween-Feier bekanntgeben.

Und zum anderen steht da noch die Tradition im Raum, die Geburtstagsfeier im Elternhaus, welches ja nun mehr nun noch das Heim des (geschiedenen) Vaters und den (viel zu jungen und so kaum mitwirkenden) Bruders und dann natürlich dass der herumsitzenden älteren Herrschaften um Madea, und somit wenig vielversprechend ist. Tiffany hat darauf natürlich keine Lust, was wie auch im Vorgänger zu Disputen mit dem Vater, und von diesem mit seinen (ehemaligen) Erziehungsberechtigten führt, die eine wesentlich strengere Haltung wie noch zu Anno Tobak fordern und entsprechend lauthals argumentieren. Das zu guter Letzt auch noch die Kindsmutter und damit die Ex-Frau und Ex-Schwiegertochter auftaucht, und ihren neuen muskulösen Freund/Liebhaber, ein sichtliches "Spielzeug" für allerlei außereheliche Aktivitäten mit sich bringt, ist dann das i-Tüpfelchen in der Geschicht‘.

Mit Horror hat das Ganze natürlich erstmal nichts zu tun, auch wenn das ständige Gezanke und Gekeife hier weniger amüsant als für Manche sicherlich auch zum Gruseln ist. Das Genre selber kommt später erst, dann aber brachial und in einer Tour de Force quer durch die Motive des Slasherfilmes; im Gegensatz zum Vorgänger, der sich eher das Parapsychologische vornahm, aber anders als hier auch sofort als Vortäuschung und Streich offenbart wurde, während die Motive und Handlungen hierbei nun im Dunkeln sind.

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