Es ist der erste Ausflug in Richtung Hollywood für den gebürtigen Rosenheimer Stephan Rick, der trotz überschaubaren Budgets immerhin zwei halbwegs namhafte Mimen für seinen Thriller gewinnen konnte. Das Drehbuch von John J. McLaughlin („Black Swan“) lässt ihn gegen Ende allerdings merklich im Stich.
New York: Witwer und Ex-Cop Phil (Patrick John Flueger) möchte mehr Zeit mit seinen Töchtern Rose (Mattea Marie Conforti) und Violet (Taylor Richardson) verbringen und nimmt eine Stelle als Hausmeister in einem großen Apartment-Komplex an. Als einige Mieter spurlos verschwinden, fällt der Verdacht auf den Kollegen Walter (Val Kilmer), der sich in seiner Behausung mit merkwürdigen Ritualen zu beschäftigen scheint…
Mit einem Einstieg nach Maß veranschaulicht Rick in den ersten Minuten, wie man auf überschaubarem Raum Suspense schürt, als eine Lehrerin das Apartment betritt und zunächst nicht zu deuten vermag, was ihr bettlägeriger Mann ihr mitzuteilen versucht.
Versierte Kamera, punktgenaues Timing und ein effektives Spiel mit vermeintlichen Schatten.
Diese Attribute kommen der Erzählung im Verlauf zwar zugute, doch zuweilen plätschert das Geschehen ein wenig vor sich hin, zumal mit Hausmeister Walter rasch ein Drahtzieher des Bösen gefunden scheint. Mit der pubertierenden Violet offenbart sich keine Sympathieträgerin und auch das merkwürdige Verhalten ihrer siebenjährigen Schwester Rose, die es in regelmäßigen Abständen zu einem riesigen, uralten Ofen im Keller zieht, wirft einige Fragen auf.
Derweil wird die Riege der Bewohner im Verlauf ein wenig dezimiert, als Buntstifte zweckentfremdet werden, jemand an einem Kehlenschnitt stirbt oder ein Messer in den Rücken gerammt wird. Da einige Opfer wie von Geisterhand durch ihre jeweilige Behausung geschleudert werden, könnte man zwischenzeitlich von einer übersinnlichen Instanz ausgehen, eine mordende Gestalt ist zumindest nicht auszumachen. Erst als ein Twist eingeschoben wird, wendet sich ein wenig das Blatt. Jedoch schwingen diesbezüglich einige Logiklöcher mit und die letzten Minuten wirken geradezu so, als wolle man unbedingt eine Fortsetzung hinterher schieben. Kann auch sein, dass dem Schreiberling schlichtweg die zündenden Ideen ausgingen.
Die stimmungsvollen Kulissen, einschließlich Keller-Labyrinth, altem Aufzug und engen Fluren punkten indes genauso wie die Darsteller. Allen voran Val Kilmer, der nach der Behandlung vom Mundhöhlen-Krebs synchronisiert werden musste und dessen leicht entkräftet wirkende Erscheinung genau ins Bild des zwielichtigen Hausmeisters passt.
Mit ordentlicher Präsenz punkten derweil Flueger als Dad und Hausmeister, während Conforti mit unheilvollen Blicken eben jene Atmosphäre unterstreicht.
Diese hält das mysteriöse Treiben in dem Apartment-Komplex aufrecht, während sich diverse, teils unerwartete Wendungen mit vorherigen Begebenheiten behaken und den bis dato soliden Gesamteindruck ein wenig nach unten ziehen. Dennoch ein passabler Thriller, der am Ende unter dem unausgegorenen Drehbuch leidet.
Knapp
6 von 10