Review

„Listen, my son - trust no one - you can count on no one but yourself - improve your skills, son - heart and your body - become a number one man! Do not ever let anybody beat you!“
Das ist scheinbar alles was der Vater seinem Sohn an Ratschlägen für das Leben mitgegeben hat, bevor er hingerichtet wurde.

Dieser Sohn ist Terry Surugy (Sonny Chiba), der sich die Worte des Vaters zu Herzen genommen hat. Als Held des Films im herkömmlichen Sinne ist er aufgrund seiner nennen wir es mal Erziehung nicht zu bezeichnen, darum wähle ich hier die eher neutrale Bezeichnung Protagonist. Unser Protagonist ist alles andere als ein netter Kerl, was in einer folgenden Zusammenfassung der Handlung deutlich wird.

Tokyo: Terry, ein Martial-Arts-Auftragskiller mit nur einem einzigen Freund (Ratnose) und ganz weit unten im tiefsten Abgrund der Seele verborgenen menschlichen Gefühlsregungen, befreit auf unkonventionelle Weise einen Mehrfachmörder im Auftrag für dessen Geschwister. Diese können jedoch nicht zahlen und zeigen sich noch weniger dazu bereit, als Terry ihnen eröffnet, dass sich der gerettete Bruder zum Schutz vor der Polizei unverzüglich nach Hong Kong absetzen musste. Sie glauben also nicht an eine gelungene Rettungsaktion. Um das Geld aufzutreiben macht Terry den Vorschlag, das Geld durch das Schwesterlein auf dem Strich zu besorgen (das wäre einem Helden nun wirklich nicht eingefallen). Keine der Parteien gibt nach und die Folge davon ist, dass der Bruder stirbt und die Schwester schließlich doch noch auf dem Strich landet und außerdem noch angefixt wird.
Terry nimmt später einen Auftrag an, bei dem er die Tochter eines verstorbenen/getöteten (das bleibt mir wegen der Synchro ein Rätsel) Industriellen beschützen soll, und gerät dabei mit der Yakuza aneinander, unter denen sich mittlerweile auch der Befreite und dessen drogenabhängige Schwester befinden.
Der Street Fighter steht zu einem gegebenen Versprechen und ist bereit für einen Auftrag zu sterben, was einem aus dem japanischen Kino nicht unbekannt vorkommen dürfte. Dementsprechend geht es auch ordentlich zur Sache, was mich zu der Action führt.

Die Kämpfe sind ebenso zahlreich wie hart. Die Choreografien sind nicht gekünstelt, sondern ganz direkt. Die Schönheit bzw. die Kunst des Kampfes steht hinter der Wirksamkeit zurück. Terry schlägt und tritt einfach ganz zu, um ans „Ziel“ zu kommen, und kümmert sich dabei nicht um die eine oder andere Schule. Optische Spielereien und Humor wie bei vielen anderen Genrebeiträgen sind hier nicht zu finden. Es gibt viel Atemtechnik zu sehen, die dem einen oder anderen Zuschauer eventuell etwas nerven könnte.
Der Blutgehalt ist zwar nicht so hoch wie bei „Story of Ricky“, dafür wird dieser aber auch nicht durch den eindeutigen Helden und die homoristischen Einlagen kompensiert. Hier werden zahlreiche Knochen hörbar gebrochen, Finger in die Augen gestochen und einem Möchtegernvergewaltiger werden sogar die Testikel unsanft entfernt. Dies alles und noch vieles mehr machen den Streifen zu einem Film voll mit schmutzigsten Kämpfen. Die durchaus gelungenen Kameraeinstellungen runden die Kampfszenen schließlich ab.

Abgesehen von den erwähnten Kameraeinstellungen sorgen beim Showdown noch lautstarke Blitze für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Insgesamt ist die Atmosphäre ungeheuer düster und es gibt nahezu gar keinen moralischen Lichtblick.
Die mäßige Verständlichkeit der englischen Synchro (eine deutsche Uncut-Fassung ist ein Traum, den ich wohl noch lange träumen darf) steht einem 100% Vergnügen jedoch im Wege. Die ist nämlich so unverständlich, dass ich der Handlung nicht in allen Einzelheiten folgen und nicht alle Namen verstehen konnte, was aber bei dem relativ einfachen Handlungsschema keine Katastrophe darstellt. Unter den Synchronsprechen glaube ich übrigens Dyanne „ILSA“ Thorne erkannt zu haben, was der Synchro auf einer anderen Ebene wieder einen Pluspunkt verleiht.

Fazit: Ein kompromissloser Kampf(sport)film der ganz eindeutig härteren Gangart. Ganz einfach ein absoluter Hammer, zu dem mir lediglich deutsche Untertitel und/oder eine deutsche Sprachoption zur Perfektion fehlen.

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