Review


Inhalt:

Japan... 1974. Der Mörder Shikenbaru (Masashi Ishibashi) ist zum Tode durch den Strang verurteilt worden..., und wartet auf seine Hinrichtung.
Doch vor dieser wird er bewahrt..., seine Geschwister, Gijun (Jiro Chiba) und Nachi (Etsuko Shiomi) haben den Karate-Fighter Takuma Tsurugi (Sonny Chiba) zuvor beauftragt, ihren Bruder zu retten.
Tsurugi sorgt allerdings posthum dafür, dass Shikenbaru nach Hongkong abtaucht, da er in Japan gesucht wird.
Gijun und Nachi wollen aber ihren Bruder sehen und stellen Tsurugi zur Rede..., es kommt zum Kampf, und bei diesem kommt Gijun, ohne das Tsurugi dies beabsichtigte, zu Tode.

Tsurugi und sein Mitstreiter, Rakuda (Goichi Yamada) erfahren aus dem Fernsehen, dass der Öl-Baron Hammet verstorben ist, dessen Tochter, die schöne Sarai (Yutaka Nakajima) ist die Allein-Erbin eines gewaltigen Vermögens.
Auf dieses haben es Yakuzas, japanische Gangster abgesehen, und diese wollen im Verbund mit einer Bande der Hongkong-Triaden, die von einer so skrupellosen wie attraktiven Chefin (Reiko Ike) angeführt wird, Sarai in ihre Hand bekommen.

Tsurugi, auf dessen Dienste die Gangster scharf sind..., lässt diese abblitzen, und will eher Sarai beschützen..., deren Onkel, Kendo Masaoka (Masafumi Suzuki) ein Meister des Karate ist, vor dem Tsurugi höchsten Respekt hat.
Es kommt zu etlichen, blutigen Kämpfen..., mal ist Sarai in der Hand der Gangster, dann befreit sie Tsurugi..., bis sie schließlich doch von den Gangstern an Bord eines Öl-Tankers festgehalten wird.
Dort soll sie ihr gesamtes ererbtes Vermögen den Yakuzas und Triaden überschreiben.
Doch Tsurugi, den die Gangster für tot halten..., er lebt..., und stellt die Verbrecher zu einem letzten, erbarmungslosen Kampf..., und auch Shikenbaru, der den Tod Gijun´s rächen will und aus Hongkong nach Japan zurückkehrte, sucht denn ein Duell auf Leben oder Tod mit Tsurugi.

Es kommt zum blutigen, gnadenlosen Show-Down.....!


Fazit:

Bereits im Jahre 1970 versammelte Japans größter Action-Star und Karate-Fighter, Sonny Chiba, junge Talente in dem von ihm begründeten "Japan Action Club" (JAC), um Japans Action-Kino aus dem Chanbara-Käfig zu führen.
Erste Versuche, sich im Martial-Arts-Genre zu etablieren, folgten daraufhin..., doch erst 1974, mit diesem Karate-Actioner, "The Street Fighter", der eine Trilogie einleitete und längst zum Klassiker geworden ist, wurde das Karate-Eastern-Genre in Japan erst so richtig aus der Taufe gehoben.

In Hongkong hatte man da schon lange Erfahrung in diesem Bereich..., als bereits 1970 Wang Yu für die Shaw Brothers und dann Bruce Lee in "The Big Boss" ("Die Todesfaust des Cheng Li", siehe mein Review auf dieser website) 1971 das Martial-Arts-Genre starten ließen.
Und Japan? Auch hier sollte bitte endlich ähnliches in die Wege geleitet werden..., hatte doch auch Nippon eine kernige Kampf-Form aufzubieten, die aus dem chinesischen KungFu heraus entstand: Karate.

Und so war es Sonny Chiba..., der dem Sushi-Eastern aus den Startlöchern verhalf und Japan´s Kino dahingehend revolutionierte..., weg vom Chanbara und Jidai Geki..., hin zu kernigerer, dynamischerer Action, mit den Händen und Beinen,ohne Waffe.
Und hier in "The Street Fighter" ist er denn anzutreffen..., der einsame, superharte Fighter diesmal aus Japan..., auf sich gestellt, rau, kalt, gnaden- und kompromisslos.
Eben ein japanischer "Bruce Lee"..., nicht so elegant, nicht so rasant-explosiv, nicht so technisch sauber..., dafür rauer, düsterer, kälter, noch brutaler und noch blutiger.
Das ist Sonny Chiba hier in "The Street Fighter"..., der den rau-brutalen Einzelgänger und sein dunkles, blutiges Image hier noch weiter auf die Spitze treibt.

So ist denn "The Street Fighter" Sonny Chiba´s One-Man-Show... und während Bruce Lee und Co. immerhin noch nett zu den Frauen waren..., nimmt sich Sonny hier, was er will, küsst ungefragt die Damen..., und agiert noch brutaler gegenüber seinen Feinden. Denn das ist neu..., und dem kann nicht mal Chang Cheh mit seinen Blut-Epen das Wasser reichen:
Da wird die Gurgel rausgerissen..., da wird gestochen und geschlitzt, da wird der Schädel zertrümmert..., da werden die Blutergüsse und -Fontänen geradezu zelebriert, und als Sahnehäubchen obendrauf wird einem der Mafiosis denn gleich das ganze Gemächte abgerissen.
Für Sonny´s Figur ist das alles ganz selbstverständlich..., sau-cool prügelt und splattert sich "Tsurugi" durch diese 87 Minuten damals neuer japanischer Action-Kultur..., ein Klassiker mittlerweile, der seinen Kult-Status wohl auch alleine aus seiner Steigerung der Gewalt-Exzesse im Fernost-Kino bezieht.

Die Atmosphäre ist dicht, ein Actioner aus der Echtzeit seiner Entstehung..., klar fotographierte Bilder, bildkompositorisch und handwerklich ist das professionell und sauber abgedreht, die Spannung steigert sich..., das Dubbing ist japanisch-splashig, der Blutzoll noch höher, die Figuren comicartig-irrational verzerrt, und die Handlung, nicht immer kohärent und diese geht -erwartungsgemäß,  möchte man fast sagen- bei diesem Actioner unter.
Das wäre dann schon das Manko..., aber was soll das schon heißen..., das ist ein Karate-Actioner, mit knallharten Fights und dem brutalen Superfighter Sonny Chiba.
Wer da Filmkunst, eine ambitionierte Erzählweise, tiefgründige Dialoge und Figuren erwartet..., liegt natürlich bei diesem Streifen falsch.

Es ist Sonny´s Show..., er steht im Zentrum und schlägt, knutscht, grunzt und röchelt sich durch diesen Film, wühlt sich durch die dünne, nicht immer zusammenhängende Storyline..., liegt am Boden, steht wieder auf..., legt sich mit zig Bösewichten an und verprügelt dann einen nach dem anderen, inklusive viehischer Tötungen Marke Splatter.

Sein Sidekick Yamada..., verliert sich da fast, Yutaka Nakajima ist die Schöne die es zu retten und zu beschützen gilt..., Reiko Ike ist die stilisierte Villain-Amazone und trägt ihren knackigen, supersexy Po in knallenger weißer Hose zu Markte. Kalt und brutal ist sie sowieso..., während die Schergen fast hastig und schreiend agieren, comicartig verzerrte Schläger und die Anführer bemühen sich akribisch in der Suche nach Auswegen wenn´s mal eng und brenzlig wird.
Sonny´s Protégé..., Etsuko Shiomi wird leider rar eingesetzt, aber wenn sie auftritt, wer kann sich schon der sagenhaften Aura dieser Frau entziehen?

Es ist ein Karate-Actioner..., so durchziehen natürlich zahllose Schlägereien, Kampf-Geschrei und Splatter diesen Film..., technisch sorgt natürlich Sonny für die Highlights, knallharte, dynamische Karate-Action..., eine Orgie der Gewalt..., rau, blutig und brutal.

Viel gibt es somit über "The Street Fighter" nicht zu sagen..., ein Klassiker des japanischen Karate-Films, einer der ersten seiner Art..., und Sonny Chiba zum Superstardom verhelfend, zwar nicht weltweit wie Bruce Lee, aber in Ostasien..., und bei Kennern im Westen.
Eastern, ob aus Hongkong oder Japan..., was für Liebhaber, und nichts für Mainstreamer.

8/10.


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