Review
von Leimbacher-Mario
Schreie im Sonderangebot
„Talon Falls“ kreuzt Dinger wie „Hell Fest“ mit handfestem Torture Porn a la „Hostel“, aber auf unterstem Niveau - und das audiovisuell recht stylisch auf retro und rau gemacht, zudem hart genug, pfui in seinen Spitzen und mit einer konzentrierten Lauflänge. Doch im Grunde hat man das schon viel zu oft gesehen, um das hier gnädig abnicken zu können... Wir folgen zwei Pärchen in eines dieser modernen Grusellabyrinthe, wo die Angst suchenden Herrschaften schnell am eigenen Leib spüren werden, dass einige Attraktionen und hinter Glas gequälten Seelen hier nicht nur Attrappen sind und zur Show gehören...
Über stumpfe Folterknechte wie „Talon Falls“ eine halbwegs anständige Kritik zu schreiben, fällt schwer. Denn manchmal denkt man, man würde immer wieder die gleiche Kassette abspielen. Gefühlt seit Ende der 70er mit dem texanischen Kettensägenmassaker. Oder seit dessen Remake(s). Oder seit „Wrong Turn“. Oder eben Eli Roths Ausflug nach Osteuropa. Aber ein „Talon Falls“ bringt einfach mal gar nichts Neues mit an diesen voll gedeckten Tisch, macht auch nichts vom Gewohnten irgendwie ausgesprochen gut. Für mich ist das graue Grütze. Vollkommen belanglos und uninspiriert. Blutverschmiert und vielleicht von Fans gemacht - aber keinesfalls sehenswert. Die Foltermethoden sind basic, zu den Figuren hat man null Bindung, sie sind einem total egal, das Ganze hat weniger Substanz und Schauwerte und Sinn als die meisten Kurzfilme. Hier und da wird’s mal fies - aber das reicht einfach nicht mehr. Erst recht 2017 nicht. Die Masken der Killer sind noch nett. Doch das sind nur Details und egal wie ich es mir hinlege - das ist die falsche Art von Folter!
Fazit: kompromisslos, kurz, keine eigenen Ideen. Grau und mau. „Talon Falls“ bietet faulen Folterhorror und ziemlich genau das, was man sich bei einem solchen Titel denkt - aber ganz ehrlich: ist das Ende der 2010er nicht ein fettes Stück zu wenig?! Ich meine: Ja!