Doris Day, Christopher Lee und Telly Savalas sind 1922 geboren, auch die Eltern von Stephen King dürften während dieser Zeit das Licht der Welt erblickt haben. Die Prohibition hielt Einzug, scherte die Leute auf den Farmen jedoch wenig, denn die waren eher darauf bedacht, ihr Land zu halten oder es mit teils dubiosen Maßnahmen zu erweitern.
Von den möglichen Folgen berichtet Regisseur Zak Hilditch in seiner King-Adaption.
Nebraska 1922: Farmer Wilfred (Thomas Jane) und seine Frau Arlette haben sich auseinander gelebt. Sie möchte das geerbte Land ihres Vaters verkaufen, um in der Stadt eine Boutique zu eröffnen, Wilfred will das Land um jeden Preis erhalten. Um das durchzusetzen, manipuliert Wilfred seinen Sohn Henry, um Arlette endgültig aus dem Weg zu schaffen…
Basierend auf einer Kurzgeschichte von Stephen King, entwickelt Hilditch ein düsteres Familiendrama, welches in den Grundzügen zwar einige typische Merkmale des Autors beinhaltet, jedoch weitgehend frei von Horrorelementen ist. Ratten als Symbol des inneren und äußeren Verfalls, eine entstellte Leiche, sowie einige Verletzungen der wenigen Protagonisten sind eher Nebeneffekte des Kernthemas Schuld und Reue.
In erste Linie ist es der Zerfall einer ohnehin nicht ganz intakten Familie, in der jeder zum Opportunismus neigt und dabei recht egozentrisch zu Werke geht. Die eigentliche Einsamkeit der Figuren wird durch die gelungenen Landschaftsaufnahmen untermauert, etwa, als Wilfred allein am Rande seines Maisfeldes steht oder der staubige Weg zur Farm nachvollzogen wird.
In erster Linie ist es Thomas Jane zu verdanken, dass der Erzählung nicht vorzeitig die Puste ausgeht. Als mauliger, knorriger Farmer in nahezu jeder Szene zu sehen, vermag er mit Präsenz und vortrefflicher Performance zu punkten, aber auch die übrigen Mimen spielen nicht schlecht.
Indes wird die Geschichte auf Dauer eher langsam und unaufgeregt vorgetragen. Ein wenig spröde, manchmal beinahe unbeteiligt, will der Stoff um Farmer Wilfred nie so recht zünden.
Das Emotionale flackert nur vage auf, die metaphorischen Gruselelemente wiederholen sich und obgleich ein paar Wendungen im letzten Drittel ein wenig Spannung erzeugen, plätschert das Treiben über weite Teile vor sich hin, geprägt von einer latent deprimierenden Note.
101 Minuten Laufzeit sind für die Umsetzung einer Kurzgeschichte eben doch ein wenig zu ausladend geraten, zudem halten sich die Elemente des Krimis genauso im Hintergrund wie der Gruselfaktor. Optisch ansprechend und mit Thomas Jane in der Hauptrolle perfekt besetzt, will der Funke nie so recht überspringen, vielleicht auch, weil Hilditch beim Hauptthema nur an der Oberfläche kratzt.
5,5 von 10