Achtung. In diesem Review sind vermutlich einige dicke Spoiler die gerade bei diesem Film die ganze Spannung versauen könnten. Weiterlesen also auf eigene Gefahr ;-)
Eine Reihe Leute finden in einem abgelegenem Motel zusammen. Der Kontakt nach Außen ist abgebrochen, und durch starken Regenfall sind die Straßen im Umkreis des Motels überflutet. Während die Personen also alle versuchen die Nacht hinter sich zu bringen wird eine von ihnen tot aufgefunden. Die Jagd nach dem Killer aus den eigenen Reihen beginnt und entwickelt sich zu einem surrealen Albtraum.
"Identität" bietet wirklich fantastische Grusel-Atmosphäre, und schafft es diese auch den ganzen Film über zu halten. Zwar bedient sich der Film ab und zu an einigen Klischees (besonders in Sachen Schockeffekte), doch alles in allem kommt nie Langeweile auf - ebenso kommen keine Längen vor. Die schauspielerischen Leistungen sind weitgehend gut, einzig Ray Liotta bleibt diesmal stellenweise etwas auf der Strecke (besonders in der 2. Hälfte des Films wo man seine Vorgeschichte schon kennt). John Cusack als Ex-Cop hingegen kann so gut wie ständig überzeugen und entwickelt sich im Film schnell zum besonnen Anführer-Typen dessen Rolle ihm bis zum Ende steht. Die anderen Schauspieler spielen auch gut, einige besser andere schlechter, aber man kann nicht sagen das sie die Stimmung des Films negativ beeinflussen. Das Motel ist finster gestaltet, ebenso die Musikstücke die im Hintergrund laufen. Ebenfalls positiv auffallen tun die weiteren Ideen im Film wie z.B. der Effekt als sich geflohene Sträfling nach seinem Einbruch in ein Haus plötzlich wieder mitten im Motel befindet. Das Ende des Films ist dann zwar wieder Geschmackssache, aber dass die Fahrt der Überlebenden durch das Orangenfeld eine gewisse mysteriöse Atmosphäre versprüht kann wohl kaum einer leugnen.
Alles in allem ein toller Mystery-Thriller mit einem fabelhaften John Cusack und einer interessanten Betrachtung von Menschen mit mehrfach gespaltener Persönlichkeit.
9/10