Der Buddy-Movie Bright spielt in einem fiktiven Los Angeles, wo neben Menschen auch Orks und Elfen leben. Während die Elfen zu den Privilegierten zählen und in einem eigenen Stadtviertel leben, sind die schweineähnlich aussehenden Orks eher der Unterschicht zuzuordnen. Einer der wenigen Orks, die als Gleichberechtigte der Ghettoisierung entkommen und mit den Menschen zusammenarbeiten wollen, ist Nick Jakoby. Er hat es geschafft, ins LAPD aufgenommen zu werden und versucht nun, dieser Herausforderung gerecht zu werden. Im Streifendienst ist er Officer Daryl Ward (Will Smith) zugeteilt, der darüber alles andere als erfreut ist. Im Laufe des Films müssen die beiden immer mehr zusammenarbeiten und sich gegenseitig helfen, sodaß sie als ungleiches Team am Ende erfolgreich sind.
Diese reichlich konstruierte Zukunftsversion, die das Thema Rassismus unterschwellig bis zum Schluß als heimliches Hauptthema behandelt, wird hauptsächlich getragen vom schweinsgesichtigen Cop-Ork (Joel Edgerton), dessen beharrliches Festhalten an seinen Idealen, seiner bisweilen hervortretenden Naivität sowie seiner drolligen Art, Konflikte lösen zu wollen ihn zum Sympathieträger des Films machen. Will Smith als sein Partner wider Willen dagegen gibt sich arrogant und bisweilen rassistisch, muß schon zu Beginn eine schwierige Entscheidung zugunsten des Ork treffen und ist ansonsten, wie man es gewohnt ist, um keinen blöden Spruch verlegen und kriegt auch öfters auf die Glocke. Alle anderen mitwirkenden Akteure sind mehr oder weniger reine Statisten, Bright dreht sich, trotz einiger bekannterer mitwirkender Darsteller, nur um das ungleiche Polizisten-Pärchen.
Der actionreiche Film spielt vorwiegend in der Nacht und dreht sich mit zunehmender Dauer um einen gewissen Zauberstab, der Wünsche erfüllt, und den alle involvierten Gruppen in ihren Besitz zu bekommen trachten. Die Darstellung dieser an sich dystopischen Welt umfasst zwar die Welt der Orks, die, so heißt es, vor langer Zeit in einer Schlacht geschlagen wurden und seither als plump und mäßig intelligent ihr Dasein eher am Rande der Gesellschaft fristen. Sie leben meist in Ghettos und bilden Gangs, ihre Liebeslieder hören sich nach Cannibal corpse an und Basketball spielen können sie auch nicht. Die andere Gruppe der Elfen dagegen wird nicht weiter vorgestellt, eine böse Elfe inkl. Killerkommando tritt auf, dergegenüber eine gute Elfe ihren Plan, einen verbannten bösen Großmeister erneut zum Leben zu erwecken, vereiteln soll. Daß es auch Mini-Elfen in der Größe von Singvögeln gibt, "deren Leben nichts wert ist" (Zitat Daryl Ward, während er eine von ihnen erschlägt) wird nicht weiter ausgeführt. So unbefriedigend diese nur partielle Einführung in diese Zukunftswelt einerseits ist, so froh muss man andererseits sein, daß damit der Fantasy-Anteil an der ganzen Sache schon ausgeschöpft ist.
Hinter der Killer-Elfe übrigens, eine wie ein Rasiermesser radschlagende blonde Terminatrix, steckt Noomi Rapace, jene kleinwüchsige Schwedin, die durch ihre gekonnte Mimik und Gestik die Hauptrolle in der hervorragenden Stig-Larsson-Millennium-Trilogie spielte... hier ist sie unter Tonnen von Make-up und reichlich CGI-Action überhaupt nicht wiederzuerkennen. Könnte irgendjemand sein, oder überhaupt nur eine Computer-Animation. Das ist auch ein Symptom dieses Films: Vieles ist künstlich, nur Will Smith ist unverkennbar Will Smith.
So ballern sich unsere beiden Helden durch die Nacht, entkommen korrupten Kollegen, einer internen Spezialeinheit sowie diversen Ork-Gangs (was eine Auferstehung inkludiert), bis sie am Ende den Zauberstab verteidigen können und der erste Cop-Ork sogar eine Auszeichnung bekommt.
Dank des Tempos in der reichlich bleihaltigen Nachtluft in LA ein halbwegs unterhaltsamer Action-Buddy-Film, den man sich ohne groß nachzudenken reinziehen kann, auch wenn praktisch nichts haften bleibt. 5 Punkte.