Review

Die Ausgangslage: Fantasy-Kreaturen wie Orks und Elfen gibt es wirklich und sie versuchen neben den Menschen in derselben Gesellschaft zu koexistieren, was nicht immer smooth und ohne Reibereien abläuft... und gerade die Orks werden besonders argwöhnisch beäugt, da diese sich vor tausenden von Jahren verräterisch auf die Seite des "dunklen Lords" geschlagen haben, der damals in einem großen Gefecht nur knapp besiegt werden konnte. Der Streifen-Polizist Daryl Ward, der kürzlich im Dienst angeschossen wurde, ist aktuell immer noch nicht gut auf seinen Ork-Partner Nick Jakoby zu sprechen, von dem er annimmt, dass dieser einen seiner Artgenossen, der ihm die Kugel verpasst hat, während der anschließenden Verfolgung absichtlich hat laufen lassen. Während eines nächtlichen Einsatzes trifft das ungleiche Cop-Duo auf die junge Elfe Tikka, in deren Besitz sich eine Art Zauberstab befindet, den sie ihrer Schwester Leilah gemopst hat... und den diese nun doch ganz gerne zurückhaben möchte, um damit die Rückkehr des "dunklen Lords" einzuleiten. Da hinter dem besagten Zauberstab aber zudem auch noch einige korrupte Kollegen sowie der kriminelle Abschaum aus den Slums von L.A. her sind - die allesamt bereit sind, über so viele Leichen wie möglich zu gehen, um den "Wand" in die Finger zu kriegen - wird die Nachtschicht für Daryl und Nick bald schon wesentlich aufregender als gedacht... Der Einstieg von Netflix ins Möchtegern-Blockbuster-Game hätte wirklich nicht dürftiger ausfallen können, als es bei "Bright" der Fall ist, denn im Grunde begeht der Streaming-Gigant hier genau dieselben Fehler die schon so manchen "echten" Hollywood-Streifen komplett versenkt haben. Zwar liegt dem Ganzen noch eine relativ interessante Idee zugrunde, die sich - ganz typisch für Drehbuchautor Max Landis - bei Pitch-Meetings auf einen einzelnen Satz zusammengestaucht gut verkaufen lässt (hier: "Stell dir vor "Herr der Ringe" trifft auf "End of Watch"...!"), bei der man dann aber vergessen hat, im Anschluss einen halbwegs funktionalen Film aus ihr zu basteln. Anders als damals bei "Alien Nation", der seine recht offensichtliche Gesellschafts-Kritik ja ebenso in einen Genre-Kontext gesetzt hatte (dort noch Science-Fiction, hier eben Fantasy), ist das in "Bright" geschilderte Szenario in seinen Details leider keinesfalls plausibel und die plump vorgetragene Rassismus-Parabel auch kaum intelligent... zumal ja das gesamte World-Building des Streifens zu den beschissensten gehört, die man je gesehen hat und sich die kreative Leistung von Landis darauf beschränkt, aus den Orks als überzeichnete Schwarzen-Klischees die reinsten Ghetto-Gangster-Karikaturen zu machen (die dann auch noch - besonders unschön - in eine Art Kollektivschuld-Kontext gesetzt werden, was schon irgendwo ein Geschmäckle hat), während die Elfen halt nur als Stand-In für die superreiche Schnösel-Bagage fungieren, die sonst so Beverly Hills bevölkert. That's it, mehr Kapital wird aus der Prämisse nicht geschlagen. Wo die Geschichte an sich also nichts taugt, soll es dann die Star-Power von Will Smith richten, wobei "Bright" alleine mit der Wahl seines Hauptdarstellers doch schon ziemlich verzweifelt ansignalisiert, dass man hier doch nur allzu gerne den Erfolg von "Men in Black" wiederholt hätte... was allerdings wie bei dem ähnlich minderbemittelten Klon "R.I.P.D." erneut hart ins Beinkleid gegangen ist. Nun ja, anders als bei dem Schwarzenegger-Kracher "Sabotage" kriegt Regisseur David Ayer diesen tonal unentschlossenen Mischmasch aus depperter Buddy-Cop-Comedy und "ernsthaftem" Polizei-Thriller, der zudem perplexerweise mal wieder mit einigen ziemlich heftigen Brutalitäten ausstaffiert wurde, inszenatorisch leider zu keiner Zeit so richtig in den Griff, sondern schafft es gerade mal, seine Schauspieler durch ein paar schematisch ablaufende Action-Szenen zu lotsen. So wirklich unterhaltsam ist das alles leider nicht geworden, zumal das Zuschauer-Interesse da mit jedem übers Knie gebrochenen Drehbuch-Einfall und jeder Figur, die da spontan durch nicht näher erklärte Magie wieder von den Toten aufersteht, zusehends erlahmt. Hmm, wie viele Netflix-Abonnenten haben den hier wohl tatsächlich bis zum Ende geguckt, ohne vorher mittendrin vor lauter Gleichgültigkeit abzubrechen? Für Smith selbst - der übrigens selten so uncharismatisch agiert hat wie hier und auch keinerlei Chemie mit seinem Ork-Partner Joel Edgerton hat - entpuppt sich die Chose damit glatt noch als ein sehr viel mieseres Star-Vehikel als der vielgescholtene "Wild Wild West"... wer hätte das gedacht? Fazit: Eher "Shite" als "Bright" und gar nicht helle!

3/10

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