Hypnose ist ein bemerkenswertes Phänomen, durch welches vielen Menschen bereits Ängste genommen wurden, manche konnten mit dem Rauchen aufhören, andere ihre Schlafstörungen reduzieren. Im vorliegenden Werk des Briten Tom Sands geht es um posthypnotische Suggestion, die spätestens im Mittelteil reichlich absurde Wege einschlägt.
Holly arbeitet an verschiedenen Möglichkeiten, ihr Bewusstsein durch Suggestion zu beeinflussen. Erfolge erzielte sie bereits in Krankenhäusern, indem ihre Methode anstatt einer Anästhesie zum Einsatz kam. Dadurch wird der ehemalige Politiker Marvin auf die Frau und ihre Experimente aufmerksam und möchte ihre Forschungen finanziell unterstützen. Doch kann sie ihrem Geldgeber wirklich trauen oder ihrem neuen Bekannten Dennis, der einst für den Geheimdienst tätig war?...
Die Kernidee ist definitiv spannend, inwieweit Hypnoseverfahren das Bewusstsein dauerhaft lenken können, wodurch Schmerz und Angst vielleicht gänzlich verschwinden würden. Umgekehrt natürlich eine Gefahr für den Terrorismus, was auch hier einige Male Erwähnung findet. Hollys Methode läuft so ab, dass sie spezielle Anweisungen spricht und aufzeichnet, welche dann in vielfacher Geschwindigkeit ins Bewusstsein der Betroffenen eingespeist werden. Soweit noch nachvollziehbar und halbwegs glaubwürdig.
Auch die Dreiecksgeschichte, - Holly zwischen zwei unterschiedlichen Männern, die sich gegenseitig verdächtigen – vermag für eine gewisse Zeit Interesse schüren. Doch spätestens, als die Wunderwaffe zweckentfremdet wird, driftet die Erzählung ins Hanebüchene ab. Zudem bleibt die titelgebende Figur viel zu passiv, während visuelle Verfremdungen oftmals in die Irre führen, anstatt Emotionen oder Geisteszustände zu manifestieren.
Zwischen Verschwörungstheorien, Gehirnwäsche und sexuelle Nuancen will schlichtweg kaum Spannung aufkommen und aufgrund zunehmender Unglaubwürdigkeiten schwindet das Interesse zusehends. Erst in den letzten der deutlich zu lang geratenen 102 Minuten wird etwas an der Temposchraube gedreht. Doch zu diesem Zeitpunkt nimmt man das Geschehen bereits kaum mehr ernst.
Darstellerisch ist das okay, audio-visuell immerhin ambitioniert, doch die inhaltlich oftmals stagnierende Erzählung gerät an vielen Stellen schlicht langweilig, weil es an originellen Ecken und Kanten, sowie an glaubwürdigen Verhaltensweisen mangelt.
Wieder ein Fall von tauglicher Grundidee in schwacher Ausarbeitung.
4 von 10