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Der Kern der Erde stellt langsam aber sicher seine Rotationsbewegung ein und ist bald nicht mehr dazu in der Lage, den blauen Planeten vor intensiver kosmischer Strahlung zu schützen, die das Ende der Menschheit bedeuten würde. Nachdem ein Wissenschaftler, gespielt von Aaron Eckhart, die Gefahr erkennt, beschließt die US-Regierung ein spezielles Schiff zu bauen, dass sich bis in den Erdkern bohren soll, um dort Atombomben zu zünden, die wiederum die Rotationsbewegung wieder herbeiführen sollen. Die Crew, bestehend aus Astronauten und Wissenschaftlern bricht schließlich zu der Mission auf, bei der sie einige Komplikationen zu fürchten hat.

Schon seit Jahren fliegen Schauspieler in dutzenden Produktionen quer durchs All und retten ganze Galaxien. Nachdem "Armageddon" und "Deep Impact", die eine Mischung aus Katastrophenfilm und Sci-fi-Produktion darstellten, beträchtliche Erfolge verzeichnen konnten, war es klar, dass man in naher Zukunft viele solcher Filme zu sehen bekommen würde. Mit "The Core" liefert man im Prinzip den gleichen Stoff, bis auf die Idee, bei der es mich wundert, dass bis dato noch niemand darauf gekommen ist, dass er unter der Erde spielt. Das Ergebnis ist ein Effektgewitter der Superlative, an dem aber auch nur Fans des Genres, wie ich, Gefallen finden werden, was die eher miese Platzierung in der OFDb zeigt.

Natürlich ist es leicht die Story zu kritisieren, wobei ich dabei bleibe, dass die Idee mit der Reise zum Erdkern gar nicht so doof ist, wie sie sich anhört. Der Film beginnt, wie ein Katastrophenfilm: Ein paar Tiere verhalten sich merkwürdig, ein paar Menschen kippen um und langsam aber sicher nimmt die Verwüstung und das Chaos immer weiter zu. Die Reise in den Kern ist ebenfalls stereotyp, fast Computerspiel-artig gemacht und damit komplett vorhersehbar. Wer sich bei Action-Filmen an solchen Handlungsdefiziten und Naivitäten stört, sollte um den Film besser einen Bogen machen. Dass sämtliche physikalische Fakten aus den Fingern gesaugt sind, sollte dabei ebenfalls jedem klar sein.

Wer jedoch bei "Armageddon", "Deep Impact" oder "Transformers" seinen Spaß hatte, der wird auch "The Core" etwas abgewinnen können, auch wenn er nicht ganz mit den genannten Materialschlachten mithalten kann. Nach "Copykill" und "Verlockende Falle" wagt sich Regisseur Jon Amiel diesmal an einen Blockbuster mit großem Budget und leistet durchaus gute Arbeit. Die Spezialeffekte sind klasse gemacht und erzeugen zusammen mit der sehenswerten Kulisse des Erdinneren einen hohen Schauwert. Sowohl an Qualität, als auch an Quantität erfüllen die Action-Szenen dabei die Erwartungen voll und ganz. Das Tempo hält Amiel sehr hoch und kann durchaus unterhalten. Dabei erzeugt er stellenweise mit der makellosen Spannungsmusik eine gespannte Atmosphäre und hält diese, da er einige seiner sympathischen Hauptfiguren ins Gras beißen lässt. Dialog-Szenen und emotionale Momente gibt es dabei durchaus, aber Amiel lässt diese so schnell ablaufen, dass die logischen Lücken keinen Leerlauf erzeugen können. Dabei spielt er die Vorzüge seines Casts gut aus und kann mit seinen liebenswerten Figuren wenigstens ein bisschen Dramatik aufbauen, auch wenn sie teilweise aufgesetzt wirkt.

Aaron Eckhart macht sich als Wissenschaftler, der schließlich mit zum Erdkern reist hervorragend und löst die Rolle rundum sympathisch und reibungslos. Nach Nebenrollen in "Das Versprechen", "Erin Brockovich" und "An jedem verdammten Sonntag" war die Hauptrolle in "The Core" schließlich der Durchbruch für Eckhart, der später in "Thank you for Smoking" und "Dark Knight" zeigte, dass er auch als Charakterdarsteller eine ernstzunehmende Größe ist. Oscar-Preisträgerin Hilary Swank spielt gewohnt stark und harmoniert sehr gut mit Eckhart. Sie überzeugt vor allem in den emotionalen Momenten und hat sicherlich die komplexeste Figur zu spielen, da sie sich in einer Position befindet, in der sie über das Leben gleich mehrerer Crew-Mitglieder entscheidet. Der übrige Cast ist ebenfalls gut und enthält keine einzige Fehlbesetzung.

Fazit:
Die Story mag flach sein, aber die hervorragenden Spezial-Effekte, das schnelle Tempo und die guten Darsteller kompensieren den Makel durchaus. Wer Effektgewitter und Zerstörungsorgien mag, wird mit "The Core" gut beraten sein, alle anderen nicht.

84%

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