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Nachdem in Boston urplötzlich 32 Leute mit Herzschrittmacher zur gleichen Zeit tot umfallen, zieht das Militär den Geophysiker und Experten für Erdmagnetismus Dr. Joshua Keyes sowie seinen französischen Kumpel Dr. Serge Leveque zu Rate, die sich zunächst allerdings auch keinen Reim auf den merkwürdigen Vorfall machen können. Erst als kurz darauf in London ein orientierungsloser Schwarm Tauben am Trafalgar Square ein Chaos anrichtet, kommt Dr. Keyes auf die Lösung des Rätsels: Das elektromagnetische Feld des Planeten bricht langsam zusammen, weil der Erdkern aufgehört hat sich zu drehen, was zur Folge haben wird, dass die gesamte Menscheit innerhalb eines Jahres von Sonnenwinden gegrillt werden wird! Der eingebildete Wissenschaftler Zimsky erinnert sich an seinen ehemaligen Partner Brazzelton, der seit Jahrzehnten an einer Ultraschallkanone werkelt, die in der Lage ist, jedwedes Gestein zu pulverisieren, und der praktischerweise auch ein Material namens "Unobtanium" erfunden hat, welches auch extremsten Druckverhältnissen und selbst höllenheißen Temperaturen standhalten kann. Dank einer Finanzspritze der US-Regierung gelingt es Brazzelton, innerhalb kürzester Zeit den Prototypen eines Bohrfahrzeugs namens "Virgil" zu konstruieren, welches von den beiden NASA-Piloten Iverson und Beck gesteuert werden soll. Mit einigen Atombomben im Gepäck mach das Team sich auf, um sich bis zum Mittelpunkt des Planeten durchzufräsen und den Erdkern wieder anzukurbeln... "The Core - Der innere Kern" setzt dem Katastrophenfilm-Sujet endgültig die Krone des Schwachsinns auf und wird da in Folge nur noch ab und an mal von dummer Roland Emmerich-Scheisse wie "2012" und "Moonfall" getoppt, die aber zugegeben auch ein Mehr an Spektakel liefert als dieser hochbudgetierte Hollywood-Trash, für den sich ganz überraschend dann aber doch ein paar fähige Akteure hergegeben haben. Regisseur Jon Amiel scheint hingegen der falsche Mann gewesen zu sein, um das Übermaß an CGI-F/X zu händeln, die damals schon nicht höchsten Ansprüchen genügt haben und teilweise erheblich schlechter aussehen, als die Modell-Tricks aus Streifen wie "Dante's Peak" und "Volcano", die noch ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel haben, aber doch sehr viel besser gealtert sind: Ein paar Wahrzeichen wie das Kolosseum und die Golden Gate Bridge werden da nämlich in eher zwiespältigen Effekt-Sequenzen geplättet und die psychedelische Visualisierung des Erdinneren scheint dem Verstand eines völlig Bekifften zu entstammen. Die Prämisse an sich ist da natürlich bestenfalls noch ein Jules Vernes-Update für ganz Doofe und liefert auf Spielfilm-Länge gerade mal den passenden Rahmen für die üblichen Cliffhanger-Situationen und pathetischen Helden-Tode. Wenn man sich aber erstmal damit arrangiert hat, dass die Story aus denselben Bausteinen zusammengestoppelt ist, wie schon unzählige Science-Fiction-Streifen damals in den 50er und 60er Jahren (die Mission ins Erdinnere weckt da z.B. irgendwie Erinnerungen an den Trip durch den menschlichen Körper in "Die phantastische Reise", der aber auch heute noch die besseren Effekte hat), hier auf Physik und Logik mal wieder gepflegt geschissen wird und sämtliche Darsteller sich gänzlich unter Wert verkaufen, dann kann man schon so seinen Spaß mit diesem aufgeblasenen B-Movie haben... vorausgesetzt, man stört sich nicht daran, den Handlungs-Verlauf punktgenau beinahe Beat für Beat vorhersagen zu können. Fazit: Rangiert in jeder Beziehung so ungefähr vier Etagen unter "Armageddon - Das jüngste Gericht"... make of that what you want.

5/10

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