Der Titel ist Programm hier, sowohl im Englischen mit Burning Ambition als auch im Deutschen, eine Starbesetzung, eine familiäre Atmosphäre, eine gesellschaftliche Zusammenarbeit, ein Wechsel nach Kanada angestrebt, eine Übergabe der Geschäftsführung, die Konflikte schnell spürbar, eine gespaltene Front, eine detaillierte Ansage, eine Analyse. Der, um den es eigentlich geht, hat gar nicht zugehört, er hat sich abgesetzt, amüsiert, er wird brüskiert, er hat sich blamiert. Die Familie ist weit verstreut, die Auseinandersetzungen auch bald, auf Schutz, Verteidigung und Gegenwehr gegangen, ein Drive-by Shooting vor dem Restaurant, eine schnelle Antwort, viele Leibwächter mit ebensolchen Waffen, die Kugeln prallen rücklings in die Körper der Attackierenden, der nun Attackierten, der Stagnierten ein. Einer wird vom Motorrad geschossen, einer prallt mit dem Gefährt auf einen stehenden Wagen, eine Hetzjagd zum Krankenhaus, quer durch die Stadt, der Täter gibt sich zu erkennen, ein Gangsterkrieg entbrennt. Zwischendurch sind die Titel, die Credits vorbei gerast, ein Mitwisser eingeweiht, die Anderen mit voller Absicht im Unklaren gelassen:
Nach dem provozierten Tod eines Gangsterbosses entbrennt ein Führungskampf bei den Triaden. Eigentlich sollte Hung Tat-Hwa [ Simon Yam ] ungeplanterweise die Nachfolge antreten, aber auch sein älterer Bruder Wai [ Miu Kiu-Wai ] und Kau Chen [ Eddy Ko ] haben titelgebende Ambitionen, zudem ist sowohl das Attentat als auch die Todesursache eher mysteriöser Art gewesen. In dem Streit übernimmt erstmal die Frau des Getöteten die Vorherrschaft und schickt bereits die ersten Killer auf den eigentlichen Täter Chau Hsiung [ Ko Chun-Hsiung ] los. Nachdem dieser dabei in einem unglaublichen, und mittlerweile berühmten Parkhausmassaker zwei seiner Kinder verliert, holt er sich mit seinem Sohn Chi Shau [ Frankie Chan ] und seiner Holland – Gang tatkräftige Verstärkung, auf der anderen Seite werden Killer aus New York eingeflogen.
Auf Risiken wird gegangen, ein Protegé herangezogen, ein Team angeboten, eine Manipulation, ein Überreden, ein Erwachen, ein Erwachsen werden. Die vermeintlichen Attentäter werden in Augenschein genommen, eine Paranoia verbreitet, eine Falle gestellt, zwei Beschuldigungen, Fragen gestellt, Phantome platziert, hoch und her diskutiert. Ein Zusammenhalt beschworen, eine Gang ohne Chef, die Ehefrau und Witwe stellt sich an die Spitze, die Dialogregie zuweilen sehr auffällig, es wird über Ausschaltungen anderer und das Einbestellen von ausländischen Fachkräften gesprochen, die Gefahren und Schwierigkeiten liegen von Anfang an im Raum, Freundschaften und Beziehungen gepflegt. Geheimnisvolle Blicke, verbale Andeutungen, direkte Montagen, ein stetiger Wechsel der Schauplätze und der Partnerschaften, niemand ist zu trauen, Sympathien wechselhaft und zweideutig, Identifikation unsicher, Gefühle wahrgenommen und verschoben. Zwischen Heroic Bloodshed und Girls with Guns, ein Anschlag im Sushi-Laden, die Leute fliegen teilweise meterweit nach hinten, ein ganzer Laden binnen Sekunden zerstört, mit Schwertern gegen Fäuste und Fußtritte, mit Pistolen gegen Macheten agiert. Viele kurze Gastauftritte, viele Leichen, weiterführend im Parkhaus gekämpft, die Zerstörungswut auch an Autos ausgetobt, später das Schlachtfeld mit Glas gepflastert, die Frauen kämpfen ohne Schuhe, nur in Strumpfhosen, die Splitter bohren sich in die Füße, eine vollkommen beabsichtigte Wirkung der Benachteiligung. Die Offensive sowieso in der Überhand, der Überzahl, der besseren Bewaffnung, akrobatisch und brutal die Defensive, ein nächster 'Ausfall', als “Schicksal“ bezeichnet.
Edler die Bauten hier, die Wohnungen und Häuser, die Grundstücke weitläufig, eine Verstärkung aus Holland eingeflogen, der Regisseur selber, hier sich als Kampfsportler in Szene setzend, als martialisches Schwergewicht, knapp die Schnitte, ein paar Schlägertypen aus Amsterdam mit im Gepäck, viele Szenen bei Nacht, keiner schläft hier wirklich. Eine permanente Fehde, Aktionen auf der Straße auch, Observationen und Verfolgungen, Todesdrohungen, Zielsetzungen und Racheplanungen, “Die fallen wie die Kegel.“, meist Massenkämpfe, in steter Regelmäßigkeit, in ständiger Bewegung, in permanenter Übersicht und mit vielen Überraschungen. Aus der Besetzung beherrscht fast jeder die Kampfkunst, von den Jüngeren sind Miu und Yam ausgenommen, sie haben das normale Training durchlaufen, sie wissen, wie es gut aussieht, Stuntleute, Choreografen und die Regie hilft. Stürze und Glasbruch ist zusätzlich effektiv, die Konfrontation und die Konsequenz und die Konzentration abwechslungsreich; das Ho Chuck Palace Restaurant braucht auch bald eine Gundsanierung, eine Komplettrenovierung. Temporeich die Handlung, die auch ihre Differenzierung und Diffusion hat, ein zweites und ein drittes Mal wird hier von “Schicksal“ gesprochen, zwischendurch ein Gefangener bei der Überführung und Ankunft am Flughafen erschossen, eine minimale Szene, die woanders mit den Mittelpunkt darstellen würde, hier kaum paar Sekunden geht.
Um Geschäfte geht es, um Moral und Anstand, um das Abschalten können dieser 'Behinderungen' auch, um Skrupellosigkeit und irgendwo auch gar den Willen zum Töten, um Probleme und d das Finden von Lösungen. Später sind so viele Einheimische gestorben, dass die “angstlosen Teufel“ aus New York mitmischen, die Langnasen wie Jeffrey Falcon und Dan Mintz, ganze Großclans im Gefecht, im Gemetzel miteinander hier. Später wird es auch mal Tag, scheint die Sonne, was nicht bedeutet, dass nicht weiter am gegenseitigen Verrat gearbeitet wird, Autos durch Handgranaten gesprengt, Menschen als Schutzschilder benutzt, Fahrzeuge als Rammböcke, kurzzeitig gar traditionelle Waffen wie den Langstock und den Dreigliederstab benutzt, tatsächlich auf der Bühne einer Art Kirmes auch, wie als Aufführung (mit dem Affen und dem Kranich) extra für das zahlende Publikum. Später wird vor dem ganzen Stress und Ableben sogar mal Schutz bei der Polizei gesucht, in die Tin Sum Divisional Police Station geflüchtet und einmal mitten hindurch, die Gesetzeshüter hier bislang außen vor, den Bandenkrieg auch bislang unter den Gaunern geklärt. Tag- und Nachtgleiche mal außen vor, ist die Inszenierung hier durchaus eindrucksvoll, das Tempo stets oben gehalten, das Schauspiel nicht vergessen, viele Opfer gebracht, zwischendurch auch mal um einen Gefallen gebeten, Angebote gemacht, die Geschichte durchaus zweckdienlich, es wird die Verantwortung in den Fokus gestellt. “Es ist keine Zeit für Gefühle.“, letztlich geht es um Bruder gegen Bruder, während die Mutter schweigend und hilflos zuhört, Massengräber ausgehoben, ein kommunikativer Schlußakt, im Wahnsinn pur, Verbrechen sich nicht lohnend.