Review

Als 1982 der wegweisende Film „Tron“ erschien, musste man sich noch mit dem C-64 begnügen und ahnte noch lange nicht, wie realistisch Konsolenspiele einmal ausfallen würden. Regisseur und Co-Autor Nicholas Gyeney spinnt diese Prämisse etwas weiter und lässt Gaming Welten mit der Realität verschmelzen.

Einst arbeitete Creed (Manu Bennett) für den Videospielkonzern Sentinel, nun wurde seine Freundin entführt, während ihm ein Chip in den Nacken implantiert wurde. Creed wird zur virtuellen Spielfigur des agoraphobischen Game-Testers Max (Larenz Tate), der noch nicht ahnt, dass er einen Menschen per Gamepad steuert…

Die Idee ist nicht gänzlich neu, doch in der Umsetzung durchaus unterhaltsam, da einerseits die Sicht von Max quasi die Egoperspektive des Spielers bedient, während Creed als virtuelle Marionette von einer Mission zur nächsten geschickt wird, etwa, indem er Bankräubern auf frischer Tat zuvorkommt. Erst als Max zur selben Zeit im TV von dem Bankraub erfährt, ahnt er die Zusammenhänge.

Storytechnisch ist das zumeist Humbug und voller Klischees, denn es geht um nichts weiter als Rache, Macht und Kontrolle, womit nicht wenige Logiklöcher einhergehen. Allerdings vermögen das flotte Erzähltempo und einige Action jene Schwachpunkte ein wenig kaschieren, denn neben ein paar rasanten Fahrten gibt es einige Fights, von denen speziell ein längerer im letzten Drittel bemerkenswert ist. Nicht aufgrund spektakulärer Moves, sondern weil es während diverser Konfrontationen über sechs Minuten nicht einen Schnitt zu verzeichnen gibt. Der eigentliche Showdown zwischen Gut und Böse fällt dagegen merklich ab.

So schwankt die Szenerie stets zwischen Independent Trash und ambitionierter Sci-Fi-Action, wobei die meisten Mimen maximal durchschnittlich performen und der Score oftmals nicht weiß, wo es hingehen soll.
Wie das mit Testversionen so üblich ist, wirkt das Endergebnis an vielen Stellen noch nicht ausgereift und obgleich einige spannende Entscheidungen zu fällen sind, kommen manche Begebenheiten arg konstruiert daher.
Zwischen visualisierten Walkthrough und Realitätscheck ist der Streifen letztlich sehr speziell und von daher mit Vorsicht zu genießen.
Knapp
6 von 10

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