Review

Sieben Tage im Leben eines dauerdichten Dealers.
Sieben Tage, in denen sein Verstand dem drogenverseuchten Rest endgültig den Laufpass gibt.
Sieben Tage, in denen es sich der Dealer zur Lebensaufgabe macht, alles in den Sand zu setzen, was nur geht, und sich jeden zum Feind zu machen.
Sieben Tage, in denen schief läuft, was nur schief laufen kann.
It’s a bright life, bright life, für eine Millionen andere auch…

Merkt euch, Kinder: DROGEN SIND SCHLECHT!
Drogen haben einen verheerenden Einfluss auf euer soziales Leben, machen ungesprächig und antriebslos, reduzieren euren Bekanntenkreis auf selbstsüchtige Arschlöcher und falsche Freunde, lassen euch geistig und emotional abstumpfen, euch zum Soziopathen verkommen und können eure Wahrnehmung nachträglich und irreparabel schädigen.
Ferner führen sie zu maßloser Selbstüberschätzung, einem realitätsfremden Selbstbild, aber auch zu Paranoia, Depressionen und können Psychosen oder Neurosen auslösen.

Den Job unseres Protagonisten wird wohl ein jeder erraten können. Er lebt den Traum… und den Alptraum:
Disco, Partys, viel dichtes Gelabere, doch dann Schulden und ein ausländischer Drogenboss, der sein Geld einfordert.
THE PUSHER ist – für alle die’s noch immer nicht geschnallt ham – ein Drogenfilm. Aber was für einer, Mann!
Beginnen tut der Streifen mit einem seichten, fremdartig wirkenden Humor eines ausländischen Films, für den gewiss nur Leudde mit experimentierfreudiger Vergangenheit eine Antenne haben dürften,
aufhör’n tut er als knallhartes, für seine Hauptfigur auswegloses „Fick die ganze Welt“-Drama im Stile von „Requiem for a Dream“,
und dazwischen ist er so zugedröhnt und verspult, dass man echt nicht mehr weiß, wo (einem) der Kopf steht oder ob nun lachen oder eher weinen angebracht ist.
Der Film begleitet seinen Protagonisten im „Mann beißt Hund“-Stil auf Schritt und Tritt, gaukelt dem Zuschauer aber nicht wie jener vor, eine Art Doku zu sein, nein, der Viewer spielt viel mehr die Rolle des „unsichtbaren Dritten“.
Egal ob in der Disco am Klo beim Näschen ziehen und anschließend das Handy in die Schüssel plumpsen lassen, mit Geld eintreibenden Berufsschlägern auf Hausbesuch oder auf der Wache von den Bullen duch die Mangel genommen werden… - wir sind, dank wackliger, auf sehr gelungene Weise Authentizität vortäuschender Handycam-Optik, immer hautnah mit dabei. Jetzt wo ich alles noch mal revue passieren lasse, stell ich fest, dass der Streifen mit ziemlicher Sicherheit eigentlich in keinster Weise komisch gemeint war, dass ich dies aber wahrscheinlich nur nicht gerafft hab’…

Summa summarum also ein vollkommen zugedröhnter "In 7 Tagen vor die Hunde"-Trip zwischen ulkigen Arschfick-Anekdoten und Streicheleinheiten mit dem Baseballiballi-Schläger.
Einziger Wehrmutstropfen ist der offene Schluss, der einen wie einen reudigen Köter in der Wüste zurücklässt, doch dies wird von der schauspielerischen Darbietung von "In China essen sie Hunde"-Star Kim Bodnia - einfach jenseits von cool und raus aus Selbstmitleid... - ganz klar wett gemacht.

Fazit also:
Sau dichtes, unkonventionelles, in seinen Bann schlagendes Drogen-Thrillerdrama über den alltäglichen Wahnsinn eines mittelgroßen Dealers.
Wie „Fear and Loathing“ aus der düsteren Ego-Perspektive oder der "Menschenfeind" auf Speed.
Die „Chemical Brothers“ kommen zum Kiffen vorbei und rauchen dir das Gras weg.
It’s a breit life, breit life, für eine Millionen andere auch…

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