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Nachdem das Genre des Slashers in den Achtzigern seinen Höhepunkt erfuhr, waren es überraschenderweise die Neunziger, die dem Metier Dank Wes Craven wieder frischen Wind einhauchten. Seither orientieren sich einige Filmemacher an jenen Vorbildern, offensichtlich auch Regisseurin Bobbin Ramsey, die mit ihrem Debüt ein ansehnliches Whodunit veranstaltet.

Neun junge Leute um Ilsa finden sich in einer einsam gelegenen Luxushütte ein, um ihren Schulabschluss zu feiern. Als man mit gestiegenem Alkoholpegel das Gesellschaftsspiel „Dead Body“ angeht, wird aus dem Rollenspiel tödlicher Ernst…

Ein Slasher mit klassischem Einstieg, denn der beginnt wie viele andere auch mit der jungen, flüchtenden Frau im Wald, die kurz darauf ihrem Verfolger gegenüber steht und sich augenscheinlich über dessen Identität wundert. Klar, dass diese Szene im späteren Verlauf noch einmal aufgegriffen wird.

Die Figurenkonstellation bietet indes ein kleines Spektrum üblicher Stereotypen, die den Poser, den Nerd, zwei Japaner und einen Kiffer genauso wie die Zicke, den Pedanten und die Vernünftige beinhalten. Das Vorgeplänkel wird angenehm kurz gehalten, bis mit den ersten drei kurz hintereinander folgenden Ableben deutlich mehr Tempo aufgefahren wird.

Gegenseitige Verdächtigungen, neue Motive und andere falsche Fährten sorgen für ein passables Ratespiel um die Identität des Killers, wobei es durchaus passieren kann, dass sich der erste Verdacht eines halbwegs erfahrenen Genrezuschauers gegen Ende bestätigt.
Zumindest sind diesbezüglich keine auffallenden Logiklöcher auszumachen, wogegen das Motiv etwas weit hergeholt erscheint.

Die Ableben, zunächst in der Hütte, später im Wald, sind im Schnitt nicht allzu explizit in Szene gesetzt. Anfangs findet ein Dahinsiechen im Off statt, später gerät das tödliche Treiben ein wenig zeigefreudiger, als in Ansätzen ein Kopf abgesägt oder der Inhalt einer Nagelpistole abgefeuert wird (wobei das Herausziehen der Nägel deutlich fieser anmutet).
Dankenswerterweise sind die Gewalteinlagen ohne CGI realisiert worden.

Überhaupt wird auf handwerklicher Ebene ein solides Niveau dargeboten: Kamera und Schnitt arbeiten ohne Makel, der Score fällt immerhin zweckdienlich aus und auch die Darsteller liefern glaubhafte Performances ohne Overacting ab.
Lediglich an der Ausstattung hätte man ein wenig feilen und damit für etwas mehr Atmosphäre sorgen können.

Genrefans mit geringer Erwartungshaltung erhalten mit „Dead Body“ einen soliden Beitrag, der mit flottem Erzähltempo und einigen kleinen Wendungen um die Ecke kommt. Innovationen oder kreative Geistesblitze sollte man keinesfalls erwarten, doch unterm Strich erfüllt er seinen Zweck.
6 von 10

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