Hinsichtlich des eindeutigen Titels und dem Dazutun von Weihnachtsfan Mariah Carey dürfte man soviel Kitsch erwarten, dass es für mindestens fünf Feste reichen würde. Doch erstaunlicherweise wird man recht schnell warm mit dem Stoff, der sogar ein, zwei nicht unwesentliche Botschaften beinhaltet.
Mariah wünscht sich sehnlichst einen Hund zu Weihnachten, doch da ihr Vater an einer Allergie leidet und ihre Mutter einen Reinlichkeitsfimmel hat, dürfte dieser Wunsch (mal wieder) unerfüllt bleiben. Doch dann der unerwartete Deal: Mariah soll sich bis Weihnachten um Jack, den Hund ihres Onkels kümmern, gelingt ihr das, bekommt sie Princess aus dem Zooladen geschenkt. Doch Jack erweist sich als kleiner Rabauke, der in entscheidenden Momenten für Tumult sorgt…
Carey steuerte insofern die Vorlage bei, als dass sie wohl irgendwann ein kleines Büchlein verfasste, welches Autor Temple Mathews auf Spielfilmlänge brachte. Hauptfigur Mariah schaut der Popdiva natürlich ein wenig ähnlich und auch die Familienmitglieder sind eher multikultureller Art, doch ansonsten finden sich keine auffallenden autobiographischen Elemente. Vielmehr ist es ein Weihnachtshundefilm.
Im Zentrum steht der Wunsch vieler Kinder nach einem Haustier, doch ist die erste Freude verflogen, verfliegt mit ihr die Fürsorge. Die damit verbundene Verantwortung wird hier recht gut auf den Punkt gebracht und anbei ist es wunderbar gelungen, viele Eigenarten junger Hunde zu veranschaulichen. Da werden Sachen zerpflückt, Essen gemopst, der Napf durchs halbe Haus geschoben und als kleiner Höhepunkt wird beim Vortrag des Schulchores laut mitgejault.
Ein anderer Seitenhieb bezieht sich auf den Dekowahn vieler US-Amerikaner in der Weihnachtszeit. So versucht Opa ständig die opulente Lichterkette des protzigen Nachbarn zu manipulieren, bis er irgendwann in den sprichwörtlichen Seilen hängt.
Die Qualität der Animation ist indes auf annehmbarem Niveau, Vergleiche zu großen Studios wie Pixar oder Dreamworks hinken natürlich, zumal es sich um eine reine Videoproduktion handelt. Die Mimiken sind schlicht, die Bewegungen flüssig und natürlich, während die Ausstattung speziell im weihnachtlichen Bereich recht gelungen ist und mithilfe eines soliden Scores ein wenig festliche Stimmung erzeugt. Natürlich darf der titelgebende Song von Carey nicht fehlen, welcher während des Abspanns mit Originalszenen des Musikvideos von 1994 läuft.
Zwar verläuft die Geschichte in nahezu allen Bahnen vorhersehbar und folgerichtig entsteht speziell zum Finale eine Menge Kitsch, doch die Zielgruppe so zwischen drei und zehn Jahren wird es verkraften und ihren Spaß mit dem kurzweiligen Abenteuer haben.
Auch Erwachsene mit einem saisonal bedingten Hang zu kindgerechten Geschichten können einen Blick riskieren.
6,5 von 10