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Regisseur Rob Cohen, der 2001 die Erstausgabe von „Fast and the Furious“ lieferte, dreht mit etwas weniger Budget an der Actionschraube und - wie der Titel bereits zweifelsfrei vermuten lässt, vermengt das Genre des Katastrophenfilms mit dem des Heist-Movies.
Eine ähnliche Melange gab es bereits mit „Hard Rain“, nur sind hier weniger namhafte Mimen an Bord und die Story ist nicht allzu ausgeklügelt.

Gulfport, Alabama: Während Wetter-Experte Will (Toby Kebbell) den stärksten Hurrikane seit Jahrzehnten vorhersagt, kapern Gangster eine Außenstelle des Finanzministeriums, um an 600 Millionen zum Schreddern bereite Dollar zu gelangen. Um an das Passwort zu kommen, benötigen sie Mitarbeiterin Casey (Maggie Grace), doch die zieht es vor, mit Will und dessen Bruder Breeze (Ryan Kwanten) zum Gegenangriff auszuholen und das anstehende Unwetter für ihren Vorteil zu nutzen…

Cohen offenbart bereits in den ersten fünf Minuten, was seine Inszenierung von schlichten Produktionsschmieden wie Asylum unterscheidet, indem er einen Mordssturm über eine ländliche Gegend ziehen lässt und dabei mal eben ein Haus umpustet. Ähnlich temporeich, zuweilen gar ein wenig hastig, geht es nahezu pausenlos weiter, wobei die Figurenzeichnungen mit Kindheitstrauma und ähnlich belastenden Erfahrungen allenfalls zweckdienlich ausfallen, während die Bösewichte selbst unter Tarnung rasch auszumachen sind und vergleichsweise harmlos vorgehen, indem sie ihre Angreifer zunächst lediglich betäuben.

Der Raub enthält indes alle Stationen, Nebenfiguren und vermeintliche Probleme, die ein solches Szenario durchschnittlich mit sich bringt, einschließlich eines kaum einzuhaltenden Zeitplanes, der vom Heldentrio stets durchkreuzt wird. Und da der Sturm mal stärker, mal schwächer wütet, erweisen sich fliegende Autos als durchaus hilfreich, zur Not lassen sich auch Radkappen als Wurfgeschosse verwenden, während ein doller Meteorologen-Truck beinahe über mehr Gimmicks verfügt als KITT.

Einige Einlagen driften jedoch arg ins Hanebüchene ab, etwa als Dächer als eine Art Luftschleuse fungieren oder jemand während einer Überschwemmung passenderweise im kleinen Motorboot um die Ecke kommt. Actiontechnisch kann sich die Angelegenheit über weite Teile sehen lassen. Schusswechsel kommen mit dem nötigen Drive um die Ecke, einige Verfolgungsjagden muten angenehm schnittig an, nur zum Finale hätte man auf einige CGI von Trucks verzichten sollen, während anderweitig kleine Explosionen handgemacht sind und die Umgebung des Sturms zwangsläufig viel Bewegung mit sich bringt.

Auch wenn die Story weitgehend vorhersehbar und überraschungsfrei abläuft, werden Freunde anspruchsloser Actionkost solide unterhalten. Handwerklich sind kaum Abstriche zu machen, darstellerisch wird passabel geliefert und trotz zahlreicher inhaltlicher Unzulänglichkeiten erweist sich „Hurricane Heist“ als durchweg kurzweiliger Action-Trash.
6,5 von 10

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