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Während eines verheerenden Wirbelsturms Anfang der Neunziger Jahre verlieren die beiden Buben Will und Breeze ihren Vater - 25 Jahre später arbeitet Will (Toby Kebbell) beim Wetterdienst, während sein Bruder Breeze (Ryan Kwanten) als versoffener Mechaniker sein Dasein fristet, als sich erneut ein Hurrikan in dieser Gegend ankündigt. Während die Bürger der umliegenden Gemeinden evakuiert werden, nutzen einige Gangster die Gelegenheit, drei Trucks mit zur Vernichtung vorgesehenen alten Dollarnoten zu kapern. Die Besatzung des örtlichen Shredders der Bank ist schnell ausgeschaltet, nur die Bundesbeamtin Casey (Maggie Grace) und Wetterexperte Will in seinem futuristischen Fahrzeug können den Dieben noch einen Strich durch die Rechnung machen, während sich der Wirbelsturm unaufhaltsam nähert...

Die Faszination der Zerstörungskraft eines Hurrikans war offenbar das Leitmotiv für Regisseur Rob Cohen (Daylight, The Fast and the Furious), der hier ein solches Naturereignis mit reichlich Computertricks auf die Leinwand zaubert. Obgleich die nicht ganz neue Story um den titelspendenden Bankraub während des Wirbelsturms - Hurricane Heist - drehbuchmäßig sauber aufgezogen wird, stellt sich jedoch zu keinem Zeitpunkt größere Spannung ein, da das Protagonisten-Duo bezüglich Screentime sehr ausführlich dargestellt wird, sodaß kein Zweifel daran besteht, wer am Ende gewinnen wird.

Die toughe und unbestechliche Beamtin mimt Maggie Grace (die man aus allen drei 96 Hours-Taken-Filmen als Liam Neesons Tochter Kim bereits kennt) zwar einigermaßen überzeugend, leider jedoch vermag sie mit ihrer nonchalanten Art keinerlei Sympathie zu erwecken - Toby Kebbell als ihr neuer Partner ist zwar ein Sunnyboy, seine Rolle offenbart jedoch ebenfalls kaum Tiefe. Zudem bleibt es den ganzen Film über unerklärlich, weshalb er in einem kugelsicheren Amphibienfahrzeug für den Wetterdienst unterwegs ist - dieses Gefährt verfügt zwar über allerlei Gimmicks (genau wie der schwarze Wagen aus Knight Rider) und ist ein echter "Hingucker", seine eigentliche Funktion bleibt aber im Dunklen. Auf der Gegenseite kann dann zumindest der Anführer der Bankräuber ein wenig Profil zeigen: Ralph Ineson als ehemaliger Geldtransporterfahrer Perkins - ein knallharter Ire, der trotz einiger Rückschläge stets am Ball bleibt.

Mit ordentlichem Tempo bewegt sich der Film über den geplanten Raub (inklusive eingeschleustem Hacker-Duo für die Sicherheits-Codes sowie blutfreien Betäubungspfeilen für die Wachmannschaften) also auf das Eintreffen des Hurrikans zu, der dann auch nicht lange auf sich warten läßt und Freund und Feind durcheinanderwirbelt - daß das heldenhafte Duo dabei fast unbehelligt durchkommt, während die Gangster durch herumfliegende Teile dezimiert werden, mag man mit einigem Stirnrunzeln noch hinnehmen, der Höhepunkt des Films - ein finales Rennen Hurrikan gegen Trucks auf dem Highway - ist jedoch wetterphysikalisch vollkommen frei erfunden, auch wenn es zugegebenermaßen sehenswert inszeniert wird.
Hurricane Heist ist zeitweise Popcornkino, dann wieder stolpert man in diverse Logiklöcher - es bleibt somit ein durchschnittlich unterhaltsamer Streifen mit ein paar netten Effekten. 5 Punkte.

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