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Vor der Küste von Alabama zieht der Tropensturm Tammy auf, der kurz davor ist, das Festland zu erreichen, weswegen der gesamte Bundesstaat evakuiert wird... die ideale Gelegenheit für den Gangster Perkins und seine Männer, ein Geld-Depot der Regierung zu stürmen, 600 Millionen Dollar in Form von alten Banknoten, die eigentlich geschreddert werden sollten, abzugreifen, und anschließend im Schutz des Hurrikans der Kategorie 5 die Sause zu machen. Dummerweise hat Perkins aber nicht mit der ATF-Agentin Casey gerechnet, die die Zugangscodes zum Tresor-Raum ändert und der Diebesbande so ganz schön in die Parade fährt. Gemeinsam mit dem Meteorologen Will, der mit seinem Equipment vor Ort ist, um Daten über den Sturm zu sammeln, versucht Casey, den Raubzug zu vereiteln und die genommenen Geiseln zu befreien... Wie der Titel es bereits dezent andeutet handelt es sich bei "The Hurricane Heist" um eine Mischung aus Heist-Movie und Katastrophenfilm-Versatzstücken, was sich im Endeffekt dann in etwa so ansieht, als würde "Twister" auf "Die Hard" treffen... in der Schmalspur-Version für die Grabbelkisten der Kaufhäuser. Regisseur Rob Cohen, der sich auf dem Terrain schwachsinniger Action-Filmchen einigermaßen gut auskennt und anno dazumal ja auch schon die "The Fast and the Furious"-Franchise aus der Taufe gehoben hat, muss mittlerweile allerdings offensichtlich kleinere Brötchen backen und hat so seine Liebe Mühe, an den gängigen Hollywood-Standard, was Radau und Effekte anbelangt, anzuknüpfen. Glanz und Gloria der genannten Vorbilder geht "The Hurricane Heist" demnach vollkommen ab, die Besetzung ist nur zweite Wahl und die vielen, vielen CGI-Tricks haben da zwar nicht gänzlich TV-Niveau, aber viel fehlt dazu nicht mehr! Okay, Cohen kriegt auch mit etwas weniger Budget auf 'nem reinen B-Movie-Level eine relativ ansprechende Optik zustande, aber inhaltlich ist sein "The Hurricane Heist" doch genau so dünn wie zwanzig Jahre zuvor bereits ein "Hard Rain", der hier ergo ganz ungeniert variiert wird. So ist dann wie so oft das Drehbuch das größte Manko der Angelegenheit, welches ein vermeintlich originelles Szenario präsentiert, dabei aber eigentlich doch nur gänzlich unglaubwürdig die altgedienten Muster oller "Stirb Langsam"-Rip-Offs bedient und seine Spektakel-Set-Pieces aneinanderreiht, was lediglich für ein mittelprächtig unterhaltsames Ergebnis sorgt. Im besten Fall kann man das Ganze dann auch als Throwback zu den aufgeblasenen Action-Streifen der späten 90er betrachten (von denen Rob Cohen mit dem Stallone-Vehikel "Daylight" ja auch ein Exemplar abgeliefert hat), im schlimmsten ist es aber doch nur schierer Quatsch, der genüßlich auf alle Gesetze der Physik scheisst... entscheidet selbst...

5/10

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