Review

Nach vielen Jahren kehrt der Schriftsteller Ben Mears in sein Heimatort Salem's Lot zurück, um über das alte furchteinflössende Marstenhaus hoch auf dem Hügel zu schreiben. Doch als ein neuer Anmieter, Straker, ein exzentrischer Antiquietätenhändler das Haus bezieht häufen sich grausame Todesfälle und schon bald spürt Ben die Bedrohung, die von dem alten Haus aus geht.

Stephen King Verfilmungen haben ja immer ein schwerwiegendes Problem. Sie müssen sich erheblich an den Romanvorlagen messen, sodass das Filmvergnüngen immer zu einem zwiespältigen Unterfangen wird. Und dabei ist die Verfilmung von Brennen muss Salem doppelt zwiespältig, denn für die deutsche Filmversion wurden prompt über eine Stunde Material weggeschnitten, sodass logische und zusammenhängende Filmentwicklung gar unmöglich bleiben. Und so kommt es auch wie es kommen muss. Während Grossteile der Filmszenen aprubt und ungeklärt enden und in eine andere Szenerie mit anderen Charakteren wechseln, bleibt nicht nur die Spannung auf der Strecke, sondern auch jegliche Logik die Zusammenhänge zu verstehen. Da ich die Romanvorlage nicht kenne, ist das beiweiten weniger schlimm, denn am Rande, ist Salem's Lot nicht viel mehr als ein typischer Vampirfilmvertreter, der mit all seinen Klischees eben solide Filmkost abgibt. Doch und gerade weil einiges zu offensichtlich an Storyelementen entfernt wurde, raubt dass nicht nur des Zuschauers Nerven sondern auch die Lust hinter dieser Verfilmung tiefverwurzelte Paralellen zu suchen. Und auch wenn gewisse Handlungssequenzen mit religiösen Hintergrund auf Jerusalem und deren Pest anspielen, bleibt sowas nur ein Tropfen auf heissen Stein, denn vordergründig beschränkt man sich bloss auf rudimentäre Vampirelemente. Dass das dann trotzdem noch dann und wann seinen Charme hat, sollte klar sein, denn wer Tobe Hooper als Regisseur kennt, weiss dass es an filminszenatorischen Mitteln und Fähigkeiten nicht mangelt, und so ist vorallem Darstellermäßig und optisch alles im grünen Bereich. Gruselatmosphäre wird hier ebenfalls gross geschrieben, auch wenn ich ehrlich sein muss, die Vampirmasken oder eben deren Darstellung, zumindest aus heutiger Sicht, mehr als unfreiwillig komisch wirkt. Wer billige Zombiefilme wie Zombie Nosh kennt, weiss was ich meine, aber sowas ist dann vielmehr auf das schlechte schauspielerische Talent zurückzuführen. Wirklich erwähnenswert bleibt dann einfach nur noch der Obervampir Baker, der mit seiner Maske wenigstens noch den Innovationspreis gewinnt, wenn auch er aufgrund seiner Darstellung irgendwie putzig wirkt. Und wenn man als geneigter Zuschauer eines Vampirfilms, denn Monstern darin rein horrortechnisch nichts abgewinnen kann, dann mag das wohl der Todesstoss für jeden Film sein. A propos Todesstoss. Gebissen wird hier wirklich selten und auch ansonsten tut sich der Film erheblich schwer ein rudimentäres Filmtempo an den Tag zu legen. Wirklich träge gestaltet sich dieses veraltete Vampirkino, dass allerhöchstens durch das wirklich gruselig anmutende Haus begeistern kann. Am Rande wären dann eben noch die obligatorischen nebeligen Wälder, aber allgemein ist Brennen muss Salem ein ungruseliger Schnarcher vor dem Herren, der im Laufe seiner Jahre erheblich Staub geschluckt hat. Ein kleines Glanzlicht ist dann eben nur noch das Finale, dass zwar genauso unblutig wie der Rest ist, aber vor seinem feurigen Happy - End wenigstens die beste Atmosphäre verbreiten kann. Die krackseligen Vampire aus dem dunklen Gemüsekeller geben da wirklich ein furchteinflössendes Bild ab.

Fazit:
Brennen muss Salem ist ein wirklich erheblich veralteter Film, der in seiner deutschen DVD Fassung allzu abgehakt und zusammenhanglos präsentiert wird. Dabei ist er nur allzu mühseelig und vorallem träge in Inszenierung und Aufbau. Zwar wirds auch hier mal charmant atmosphärisch aber insgesamt gesehen mehr als unterdurchschnittlich solide Vampirkost.

58%

Details
Ähnliche Filme