Nachdem Stephen King mit seinem ersten Werk "Carrie" große Erfolge verbuchen konnte, ließ sein zweiter Horror-Roman nicht lange auf sich warten. "Salem´s Lot" wurde 1975 das erste Mal veröffentlicht, vier Jahre später kam die TV-Version, das Screenplay hierzu stammt von Paul Monasch (Stalin, Al Capone kehrt zurück). King war mit dieser Verfilmung in keinster Weise zufrieden, jedoch sind seine teilweise komplexen Meisterwerke auch schwer zu verfilmen, weswegen es "Brennen muss Salem" in seiner Originalversion auf knapp drei Stunden Laufzeit bringt. Der Großteil aller Charaktere konnte so gut untergebracht werden. Allerdings hätte man ruhig ein wenig tiefer in die Tasche greifen dürfen, denn bei den zu abwechslungsarmen Kulissen und den eher mauen Effekten wäre Nachholbedarf vorhanden gewesen.
Für sein neues Buch kehrt der Schriftsteller Ben Mears (David Soul) in seine Heimatstadt "Salem´s Lot" zurück. Besonders angetan hat es ihm das alte Marsten Haus, in welchem nun der dubiose Antiquitätenhändler Richard Straker (James Mason) wohnt. Als plötzlich Menschen spurlos verschwinden und "Salem´s Lot" von einer Art Krankheit heimgesucht wird ist sich Ben sicher, dass des Rätsels Lösung sich im Marsten Haus befindet. Und was hat es mit Kurt Barlow (Reggie Nalder) auf sich, dem angeblichen Geschäftspartner von Straker, den noch keiner zu Gesicht bekam?
Im Großen und Ganzen erinnert "Brennen muss Salem" stark an "Dracula", an welchem sich King auch orientierte. Man hat auch recht schnell durchschaut, dass es im Grunde nur um Vampire geht, dennoch vermag der Verlauf der Geschichte zu fesseln. Das Grauen kommt hier buchstäblich durch die Hintertür, denn "Salem´s Lot" ist eine abgelegene Kleinstadt, deren Bewohner völlig hilflos einer neuen Bedrohung gegenüber stehen. Diese ist leider nicht von Anfang an spürbar, denn Regisseur Tobe Hooper (Texas Chainsaw Massacre, Poltergeist) nimmt sich die erste halbe Stunde, um alle relevanten Charaktere zu durchleuchten. Wie in Buchverfilmungen üblich, fehlt bei den Figuren größtenteils der Hintergrund, so wird gerade die Sache mit Ben´s Erlebnissen in seiner Kindheit, oder die Auseinandersetzung mit Susans (Bonnie Bedelia) Ex-Lover im Schnellverfahren abgehandelt. Dennoch hat man storytechnisch gute Arbeit geleistet und Hoopers Können wird deutlich ersichtlich, sobald das Grauen seinen Lauf nimmt. Dabei ist "Brennen muss Salem" für heutige Verhältnisse einfach zu harmlos. Sobald ein Vampir einen Menschen attackiert, wird das Bild eingefroren, dennoch ist dieses Werk in einem Punkt auch sehr skrupellos. Denn auch Kinder fallen den Blutsaugern zum Opfer und kehren verwandelt zu ihren Eltern oder Freunden zurück, um auch diese in die Schattenwelt zu locken.
Dabei überzeugen besonders die Nachtszenen, Hooper fährt massenhaft Nebelmaschinen auf und das Make up der Vampire ist schön gruselig geworden. So kitzelt Hooper einige Spannungsspitzen heraus, leider gibt es zwischendurch auch immer mal wieder eine kleine Durststrecke. Kleinere Schöpnheitsfehler muss man auch in Kauf nehmen, zum Beispiel beim finalen Brand ist deutlich ersichtlich, dass es sich hierbei nur um Modelle handelt. Aber der spannende Showdown entschädigt für viel, wobei man in der deutschen Kurzfassung überhaupt nicht weiß, was nun mit Susan eigentlich passiert ist. Im Endeffekt ist immer der Roman die bessere Adresse, auch bei den Darstellern wurde nicht das Maximum herausgeholt. Nur James Mason (Der Unsichtbare Dritte, Das Böse unter der Sonne) als Straker liefert eine tolle Show, während David Soul (Starsky und Hutch, Callahan) und die junge Bonnie Bedelia (Stirb Langsam, Aus Mangel an Beweisen) eine eher zurückhaltende Vorstellung geben.
Für eine damalige TV-Serie ganz ordentlich, aber der Zahn der Zeit ist nicht spurlos vorüber gegangen. "Brennen muss Salem" bietet nostalgischen, aber auch völlig harmlosen Grusel, mit eher durchschnittlichen Akteuren. Eine Bedrohung ist nicht immer spürbar, die Anlaufzeit ein wenig lang geraten, trotzdem immer noch eine Adresse für den altmodischen Filmfan. Daher sind knappe 6 Punkte drin.