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James Bond dürfte wohl das große Vorbild eines jeden modernen Agentenfilms sein. Teilweise revolutionär in seinen Ideen (vor allem was die JB-Goodies angeht), haben viele Streifen, der nicht sterben wollenden Filmreihe, die Agentenfilmwelt geprägt. Aber nicht nur die Großen wollen ihren Spaß an solchen Streifen haben, auch die kleineren Zuschauer sind mittlerweile ganz scharf darauf! Die populärste Reihe dürfte dabei, derzeit, die SpyKids-Reihe von Robert Rodriguez sein, die auch wirklich Spaß macht. Aber auch "Agent Cody Banks" schlug beim Erscheinen ein wie eine Bombe, was wohl vor allem an Frankie Muniz liegen dürfte, einem der derzeit angesagtesten US-Teenie-Stars. Ich persönlich konnte seine Vissage zwar schon von Anfang an nicht ausstehen ("Malcom mittendrin" ist jedenfalls nicht so mein Fall), doch mit seinem ersten Kinoausflug weiss er durchaus zu überzeugen, wenn auch erst in der zweiten Filmhälfte.

"Agent Cody Banks" ist eine Agentenkomödie, wie sie vor allen kleineren Cineasten gefallen dürfte. Die Story um den 15-Jährigen CIA-Agenten Cody Banks, der seinen ersten Fall zu lösen hat, ist zwar weder sonderlich innovativ noch besonders dicht und mit nem gewissen Realismus hat man wohl erst rechts nichts am Hut, doch insgesamt gesehen bleibt sie kindergerecht überschaubar, bietet viele unterhaltende Elemente und zeigt einen Helden, mit denen sich wohl die meisten unter 16 identifizieren können. Und das ist bei solch einem Kiddie-Streifen sicherlich auch wichtiger, als irgendwelche strengen Vertiefungen des Geschehens.

Schade ist allerdings, dass der Film sich erst einmal recht mühselig voran schleppt. In den ersten 45 Minuten passiert eigentlich nur äußerst wenig, was einem irgendwo Spaß machen könnte. Die Vorstellung der einzelnen Figuren zieht sich doch recht lahm dahin und Hauptdarsteller Frankie Muniz, bestätigt ziemlich kräftig sein Milchbubi-Image, was er sich, zumindest in meinen Augen, durch Sachen wie "Malcolm..." etc. aufgebaut hat. Alles wirkt erst einmal wie eine recht lasche und nichts sagende 08/15-Teenieklamotte, nur ohne Fäkalhumor.

Doch wer Geduld besitzt und sich durch diese schlaffördernden 45 Minuten hindurchgequält hat, der wird dann doch noch belohnt: Und wie! Aus dem, bis jetzt, recht müden Streifen, wird plötzlich doch noch ein knackiges und actionreiches Spionagefilmchen. Codys Suche, nach der verschwundenen Tochter eines Wissenschaftlers, erweist sich als recht spektakulär in Szene gesetzt und kann durchaus für Spannung sorgen. Dazu gibt einige mächtig knackige Actionszenen, die man so garantiert nicht erwartet hat. Die FSk 6-Freigabe erweist sich jedenfalls mehr als fraglich. Ordentlich durchchoreographiert und mit dem nötigen Bums dahinter, dürften dann sogar alte Action-Hasen ihre Freude daran haben. Vor allem im Finale knallt und zischt es gar kräftig.

Und plötzlich wird auch aus Muniz ein guter Darsteller. Nach seinem müden Einstand glaubt man fast, er sei plötzlich mit einem (nicht vorhandenen) Zwillingsbruder ausgewechselt worden. Smart und mit der nötigen Überzeugung, macht er seine Figur plötzlich zu einem sympathischen Action-Hero, dem wohl jede 14-Jährige nachgeifern dürfte. Frankie, dass hätte ich nicht von Dir gedacht!

Ansonsten sei noch gesagt, dass auch bei der restlichen Inszenierung nicht unbedingt sparsam umgegangen wurde. Die Special Effekte können sich sehen lassen, die Musikuntermahlung ist passend und macht Spaß und auch die Auswahl der einzelnen Kulissen und die pompöse Ausstattung passt. In diesen Punkten braucht sich Cody jedenfalls nicht hinter dem großen Bruder zu verstecken!

Fazit: Aus dem anfangs recht drögen Teenie-Filmchen, mausert sich der Streifen, nach und nach, zu einem recht ordentlichen, wenn auch natürlich Teenie-gerechten, Action-Streifen, der, mit seiner netten Hauptfigur und dem knackigen Finale, durchaus für Unterhaltung sorgen kann. Auch wenn einem als Erwachsener ein James Bond durchaus mehr zusagt, so dürften wohl vor allem alle unter 16 Jahren, Cody ins Herz schließen können. Denn ohne dem müden Start hätte es wirklich ein guter Film werden können. Na ja, für ein "Überdurchschnittlich" reicht es aber allemal!

Wertung: 6/10 Punkte

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