Zu welchen Verwirrungen die Verstaatlichung führen kann, stellen die Beamten des Nutbourne Colleges hier nicht nur verbal im Bezug auf die unzuverlässige Eisenbahn fest, sondern müssen es auch am eigenen Leibe erfahren, als das Ministerium ihnen ein anderes College schickt, das vorübergehend in den beengten Räumlichkeiten von Nutbourne untergebracht werden soll…
Die Story, einfach und schnörkellos ohne viel Tiefgang, gibt doch genug Stoff her, um in 78 kurzweiligen Minuten den Zuschauer nicht nur zu amüsieren, sondern ihn vermutlich einige Male an eigene Erfahrungen mit Behörden und dem Dschungel der Bürokratie zu erinnern.
Die zynischen Bemerkungen des Schulleiters Pond (Alastair Sim) lassen schmunzeln und den Abbau der Verstaatlichung herbeiwünschen, die üblich schnodderige Art der Margaret Rutherford als Muriel Whitchurch, die pragmatisch das Beste aus der Situation macht, versöhnen mit der Machtlosigkeit, die zwangsläufig jeden befällt, der erst mal in die Mühlen der Behörden geraten ist.
Für ein Kind der 80er Jahre wie mich wohl nicht revolutionär und neu, ist dieser Film sicherlich Vorreiter für so manch andere „Schulkomödie“ der Neuzeit gewesen, wenn auch heutzutage das Thema der gemeinsamen Erziehung von Jungen und Mädchen keine Provokation mehr darstellt.
Im „Doppelten College“ spielen sich die Protagonisten Pond und Whitchurch die Bälle zu und lassen ihr nicht geringes schauspielerisches Talent sehen. Die Glanzrolle der Margaret Rutherford mag dieser Film nicht sein, dennoch agiert sie auch hier gewohnt geradlinig und bestimmt. Der Rest des Stabes erfüllt eher eine Statistenrolle, die die Darstellung der Hauptakteure unterstreicht.
Spektakuläre Kulissen sind nicht vorhanden, aber auch nicht wirklich nötig, um diese Komödie in Szene zu setzen. Vielmehr steht hier die Skizzierung der einzelnen Charaktere im Vordergrund, die den Zuschauer zum Schmunzeln anregen sollen.
Fazit: Interessant kurzweiliges Verwirrspiel mit gut agierenden Schauspielern, wenigen Überraschungen und voraussehbarem Ende - nicht spektakulär, aber ohne Stilbrüche oder Fehler. Kann man sich gut ansehen.