Review

Asteroids goes to Hell


„Sequence Break“ erzählt von einem introvertierten und vom normalen Leben ziemlich abgeschnittenen Mitarbeiter in einer Auffangstation und Werkstatt für alte Videospiele und Arcadeautomaten. Als dann seine Traumfrau reinschneit, scheint die Welt trotz dem unabwendbaren Sonnenuntergang auf diese Ära für den nicht nur flirttechnisch unbeholfenen Nerd auf einmal sehr rosig aus, als ob er den Jackpot geknackt hat. Doch ein mysteriöser Kapuzentyp, der in seinen heiligen Lagerhallen immer wieder ungefragt erscheint und ein seltsamer, schwarzer Horrorautomat machen es dem verknallten, stecken gebliebenen Gamer doch nicht so leicht, scheinen eine Art Endboss vor seinem Glück zu sein...

Lange spiele das Fleisch! 

Als ob Cronenberg auf Miyamoto trifft, „Ralph Reichts“ auf „Videodrome“, „Tetsuo“ auf „Spring“, „Scott Pilgrim“ auf „Under The Skin“ - so in etwa kann man sich diesen interessanten Indie-Schocker vorstellen. Ein gute Prise authentischer Romantik und Chemie, ein Paradies und gleichzeitig eine Hölle für Retrogamer, frische Darsteller und handgemachter, glitschiger Körper- und Technikhorror. Dazu ein famos-sphärischer Klangeteppich, gialloartige Beleuchtung und ein nichts- und gleichzeitig vielsagendes Ende, das nur auf den ersten Blick enttäuscht. „Sequence Break“ ist nicht brillant oder ein Klassiker, doch ein Hidden Gem für alle, deren Interessen ähnlich wie meine liegen und die Fans von den genannten Komponenten sind, ist dieser Trip zwischen Bytes, Bits und Abgründen allemal. Sympathischer und für mich passender geht’s kaum. Und sogar seltsam sexy ist das Ding voller Joysticks und feuchten Öffnungen auch noch. Über das Abkürzen und Überspringen, das Hängenbleiben und Dranbleiben, das Träumen und das Cheaten, das Zocken und Lieben. 

Arcade Fire

Fazit: Retrogaming und Romantik, Sci-Fi und Bodyhorror, Experimental und Psychotronic - „Sequence Break“ scheint wie für mich gemacht und ist einer der größten Gems seiner Jahre. Derart fein, dass ich ihn fast für mich behalten will... Videogamedrome! Technoterror gone viral. 

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