Review

Inhalt:

 Juliet White führt ein trostloses Leben zwischen Prostitution und Drogenkonsum. Im Rausch wird sie eines Tages missbraucht und kaltblütig ermordet. Doch so ganz vorbei ist das irdische Sein für sie noch nicht. Eine Geisterscheinung schickt sie zur Läuterung zurück in ein fragmentarisches Leben.

Kommentar:
 ‚Your flesh your curse‘ ist ein bisschen, als hätten Lars von Trier und Nicolas Winding Refn gemeinsam einen Remix zu Takashi Miikes ‚Izo - The world can never be changed‘ gedreht.
 Der Film von Kasper Juhl, der vormals mit ‚A god without a universe‘ Aufmerksamkeit erregte, untergliedert sich in Kapitel und begleitet die von Marie-Louise Damgaard sehr authentisch portraitierte Juliet auf ihrem Leidensweg durchs Leben und den Tod. Das Ganze ist so melancholisch und nahezu greifbar radikal inszeniert, dass man die Leiden der Protagonistin fast am eigenen Leibe spüren kann.
 Juhl führt das Publikum mit ruhiger Hand und ohne erhobenen Finger durch eine Welt des Abgesangs, spickt die Collage aus Nihilismus und Destruktivismus mit Szenen körperlicher Gewalt, in denen der weibliche Part stets zum Opfer erkoren und der männliche Part  zum Primus ernannt wird. Fragmentarisch wechseln sich Einblicke aus Juliets Leben und Leidensweg ab. Dem Publikum verlangt das viel Interpretationsgeschick ab. Teilweise aber sind die Geschehnisse und Erlebnisse der Protagonistin schlicht zu oberflächlich um selbst mit dem geschicktesten Interpretationsgehabe auch nur ansatzweise ein Geheimnis aufdecken zu können.
 Am Ende bleibt das Psychogramm einer verlorenen Seele und Erinnerungen an Karim Hussains ‚Subconscious Cruelty‘ oder Marian Doras ‚Melancholie der Engel‘ werden wach, wenn die Läuterung ihren Zenit erreicht und ästhetisch wie poetisch alles zugrunde geht.

Fazit:
 Hartes Psychodrama mit Anklang zum Kunstfilm, ein poetischer Abgesang aufs Leben.    

Details
Ähnliche Filme