Schlaf ist die beste Medizin, doch wenn dieser von Alpträumen durchzogen wird, ist es bekanntlich mit der Erholung dahin. Ähnlich kann es sich bei der Schlafparalyse verhalten, welche in der Regel kurz vorm Einschlafen oder direkt nach dem Aufwachen auftritt, was mit der gefühlten Lähmung des Körpers einhergeht. Im Kontext mit diesem Phänomen berichten verschiedene Kulturen von einem Schlafdämon, der sich von der Furcht des Schlafenden nährt, welchen Horrorfans auch unter dem Pseudonym Freddy Krüger kennen.
Schlaftherapeutin Alice (Maggie Q) wird von Familie Morgan im Schlaflabor aufgesucht, denn seit dem plötzlichen Tod ihres Kleinkindes leiden alle an Schlafstörungen. Als Nachts die Aufzeichnungen stattfinden, kommt es zum kollektiven Schlafwandeln, doch das ist erst der Anfang einer Reihe unerklärlicher Phänomene…
Die Prämisse klingt durchaus tauglich, die Exposition welche die Entstehung eines Kindheitstraumas veranschaulicht, ist stimmungsvoll ausgefallen und die mysteriösen Ereignisse im Schlaflabor schüren einige atmosphärische Momente. Zudem wird man relativ schnell mit Alice warm, die in ihrer Funktion als Mutter und Therapeutin engagiert und liebevoll erscheint. Somit erfüllt Co-Autor und Regieneuling Jonathan Hopkins zunächst einige Grundlagen, doch leider entgleitet ihm die Geschichte zusehends.
Obgleich früh klar wird, dass hier ein Dämon seine Finger im Spiel hat, verläuft der Spuk recht beliebig. Wenn sich das Bett mit einem Probanten bewegt, Stimmen flüstern und Schlafwandeln groteske Züge annimmt, erinnert das oftmals an eine Mischung aus „Poltergeist“ und „Paranormal Activity“. Als sich im letzten Drittel schließlich ein Kauz zu der Szenerie gesellt, gerät die Chose gar völlig aus dem Ruder, während die vermeintliche Lösung des Problems komplett an den Haaren herbeigezogen ist.
Ein nachgereichter Twist rettet da nicht mehr viel.
Darstellerisch ist nichts anzukreiden, handwerklich sticht eine grundsolide Kamera ins Auge und auch der zurückhaltende Score ist angenehm. Doch nach einer soliden ersten Hälfte gehen der Erzählung augenscheinlich die Ideen und die Puste aus, denn vieles wirkt wahllos, anderes ist arg vorhersehbar, wodurch Spannung und Atmosphäre merklich auf der Strecke bleiben.
Die FSK16 ist dem nahezu blutleeren Treiben angemessen, welches wohl keinem Genrefan den Schlaf rauben wird.
4 von 10