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Speziell in den Fünfzigern, als Western wie Pilze aus den Boden schossen, war der Indianerstamm der Mohawk einige Male Bestandteil und da diese im Unabhängigkeitskrieg auf britischer Seite kämpften, wurden sie fast immer in ein denkbar schlechtes Licht gerückt. Der historische Hintergrund scheint Regisseur Ted Geoghegan hingegen nicht sonderlich zu interessieren, zumal dieser mit seinem minimalistischen Style kaum vereinbar gewesen wäre.

1814 im Bundesstaat New York: Als der impulsive Mohawk Calvin (Justin Rain) einige US-Soldaten tötet, sinnen diese auf Rache. Kriegerin Oak (Kaniehtiio Horn), die eine Beziehung mit Calvin und dem Briten Joshua (Eamon Farren) führt, versucht mit den Männern bis zur Mission vorzudringen, bevor die Soldaten unter der Führung des ruchlosen Holt (Ezra Buzzington) ihnen zuvor kommen…

Bereits auf den ersten Blick könnte man Geoghegan unterstellen, größerem Aufwand konsequent aus dem Weg gegangen zu sein, denn lediglich eine kurze Texteinblendung soll für den Kontext der Geschichte ausreichen. Bezeichnenderweise ist nicht ein einziges Pferd zu sehen, die Angelegenheit spielt sich einzig und ausschließlich im austauschbaren Wald um die Ecke ab und selbst Kostüme und Requisiten müffeln stark nach Theaterfundus.

Mit der Konzentration aufs Wesentliche ist allerdings rasch ein ordentliche Tempo vorgegeben, wobei differenzierte Charakterzeichnungen merklich auf der Strecke bleiben.
Ein Mitfiebern wird insofern nicht durch sympathische Indianer ermöglicht, sondern weil ihr Widersacher ein besonders hinterhältiger Fiesemöp ist, der sogar bei seinen eigenen Leuten Kollateralschäden in Kauf nimmt.

So ganz ohne Horror geht es für Geoghegan („We Are Still Here – Haus des Grauens“) offensichtlich nicht, weshalb einige Konfrontationen überraschend blutig und zuweilen recht explizit ausfallen. Pfeile bohren sich in Nahaufnahme in Schulter, Brust oder Hals, es gibt blutige Einschüsse, ein Aufspießen, einen fiesen Handbruch, eine angedeutete Folterszene und einen Kehlenschnitt, was die FSK ohne Murren gar mit einer fast schon unverständlichen 16er-Freigabe versehen hat. Die Qualität der Effekte kann sich sehen lassen, sie sind bis auf eine Einlage handgefertigt.

Während es im letzten Drittel zu leicht mystischen Anleihen kommt und sogar so etwas wie ein Endkampf stattfindet, sind es primär die glaubhaften und treffend besetzten Mimen, die das simple Vehikel einigermaßen beisammen halten. Ezra Buzzington spielt mit seiner durchtriebenen Boshaftigkeit alle an die Wand, Noah Segan und Kaniehtiio Horn sind ebenfalls positiv hervorzuheben.

Leider hält sich die Spannung insgesamt arg in Grenzen, viele Begebenheiten sind vorhersehbar und trotz einiger Härte mangelt es dem Treiben an markanten Eigenheiten, mal abgesehen vom auffälligen kurzen Röckchen der Mohawk-Kriegerin.
Manchmal ist Simplizität angenehm, doch hier hat es sich Geoghegan zu einfach gemacht.
5,5 von 10

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