Eigentlich sollte man mit Regieneulingen nicht zu hart ins Gericht gehen, doch wer sich aus Gründen der Vermarktung auf ein reales Exorzistenhaus beruft und auch noch behauptet, es hätte dort während des Drehs Anzeichen paranormaler Aktivitäten gegeben, sollte dies eigentlich wunderbar im Endprodukt rüberbringen können. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.
Amy (Amy Holland Pennell) und ihr Cop-Freund Luke (Mark Holzum) interessieren sich für eine leer stehende Bude, in der es anno 1949 zu einen Exorzismus gekommen sein soll. Amy glaubt nicht an Geister und Dämonen, doch als ihr eine unsichtbare Macht ein Symbol in den Arm ritzt, wendet sie sich an Pater Halloran (Peter Mayer)…
Autor und Regiedebütant David Trotti steigt mit dem Exorzismus von 1949 ein, welcher als Inspiration für Buch und Film „Der Exorzist“ diente. Jenes Haus ist Jahrzehnte später von Graffitis übersäht (wovon die Familienfotos an den Wänden erstaunlicherweise kein Stück betroffen sind), im Keller leckt es und der Strom funktioniert auch nicht richtig, - für Amy kein Grund, sich nach einer besseren Immobilie umzusehen. Mal davon abgesehen spielt die Handlung in St. Louis, Missouri, während sich das echte Exorzismushaus in Cottage City, Maryland befindet.
Solche Nebensächlichkeiten rücken insofern stärker in den Vordergrund, weil sich inhaltlich kaum etwas ereignet, was in irgendeiner Form in Richtung Suspense tendiert. Mal spiegelt sich eine Gestalt im Fenster, es wird ein Hexenbrett bemüht und die Alzheimer-Tante im Hospital fährt zweimal im Anflug von Wahn im Bett hoch. Ein Stimmenverzerrer und schwarze Klüsen müssen in den letzten fünf Minuten für Anzeichen dämonischer Besessenheit ausreichen, während das Blutvergießen nicht über diverse Kratzer an zwei Körpern hinausgeht.
Mit talentierten Mimen ließe sich da noch ein wenig kaschieren, doch Hauptdarstellerin Amy Holland Pennell bringt null Ausstrahlung und ebenso wenig darstellerisches Talent mit, während ihr Filmpartner Holzum wie ein dreimal sitzen gebliebener Schuljunge herumläuft, aber nicht wie ein Cop. Einzig Mayer performt als Gottesfürchtiger einigermaßen tauglich, doch die ausufernden Dialoge zwischen ihm und Amy bringen die Handlung zwischenzeitlich fast zum Stillstand. Da hilft auch der eigentlich ordentlich arrangierte Score nichts mehr.
Kein Geist, keine Jump Scares, minimale Szenen von Besessenheit und ein Schauplatz ohne jegliches Charisma dürften Horrorfans nicht gerade in Begeisterung versetzen.
Einzig die Kernidee ist interessant, doch das Resultat ist Ereignislosigkeit und gähnende Langeweile.
2,5 von 10