Staffel 1
Die Zukunft liegt in unserer Vergangenheit
Ein Mann, ein Name, eine Bestimmung. ???. Die in Deutschland Amazon-exklusive (Hulu-)Serie „Future Man“ handelt von einer nerdigen Putzkraft in einem Labor für Herpesforschung (!), die sehr gut in einem Computerspiel ist und daraufhin von seinen Avataren abgeholt wird, um die Welt zu retten. Da die das hyperbrutale und megaschwere Game ala „The Last Starfighter“ als eine Art Test für den „Auserwählten“ aufgestellt haben, da ihre postapokalyptische Zukunft alles andere als rosig aussieht... Alles verstanden? Nein? Auch egal. Denn „Future Man“ ist ein Blast, der mehr auf Spaß, Tempo, Retrotrash als auf Niveau, Sinn und Logik setzt. Ein sehr fetziger Mix aus „Manborg“, „Turbo Kid“ und quasi allen Sci-Fi-Fantasy-Klischees, an die man denken kann. Also genau mein Geschmack. Von „Terminator“ über „Robocop“ bis „Zurück in die Zukunft“ wird hier alles und jeder zitiert, der nicht bei drei auf den Nostalgiebäumen sitzt. „Future Man“ passt vielleicht abgesehen von „Stranger Things“ besser in die aktuelle Zeit, als jede andere Serie - und das meine ich vollkommen positiv! Manchen mag das etwas aufdringlich, simpel und uneigenständig erscheinen, sehr nah am Zeitgeist und einfach nur wie eine Hits-Collage, die nicht allzu viel eigenes Können erfordert. Warum ich dennoch eine Menge Spaß mit Wolf, Tiger und Mr. Futturman hatte, will ich mit den kommenden Zeilen und Punkten erläutern...
+ die Chemie im Cast stimmt auffällig
+ Wolf und Tiger bzw. ihre Darsteller sind absolute Lieblinge ab der ersten Sekunde
+ der Look ist hochwertig, das Budget scheint hoch genug zu sein
+ die Staffel steigert sich, wird immer besser und findet deutlich ihren Groove
+ ich schätze den Wiederguckwert hoch ein
+ der Gorepegel rappelt ab und zu gut im Karton
+ das komödiantische Timing ist exzellent
+ Josh Hutcherson ist eine gute, passende Wahl
+ Highlights wie ein Abstecher in die 80er oder in James Camerons Haus (!) sind pures Gold
+ solide Kampfchoreographien
+ klasse Soundtrack und Score
+ enormes Retro-Feeling
+ mehr Anspielungen, Hommagen und Namedropping als man aufzählen kann
+ die Macher kennen ihre Vorbilder und scheinen Fans zu sein, wie wir
+ kurze Folgen, kaum Filler, extreme Kurzweile
+ Sucht- und Bingefaktor sind hoch
+ alle Szenen mit „Corey WolfHart“ sind zum auf dem Boden rollen witzig
+ für Gamer, für Filmnerds, für „Außenseiter“
+ der Abschluss macht Lust auf mehr, wirkt aber dennoch rund für die Möglichkeit hier aufzuhören
+ Zeitreisen endlich mal wieder fun und unkompliziert
+ sehr eigener, wunderbar bescheuerter Humor
+ nicht für jeden, aber ein paar wenige könnten eine neue Lieblingsserie gefunden haben
+ eines der coolsten Dancebattles überhaupt
+ sehr meta und nah am Zeitgeist
+ die Futturmans sind genial, Eltern und Verwandte, wie sie sich jeder wünscht
+ Cop Skarsgaard, dessen Partner schon früh in der Serie getötet wird und der die Zeitreisenden deswegen sein Leben lang verfolgt, ist ein großartiger Running Gag
+ das „Aufladen“ aus der Zukunft
+ mixt erfolgreich sehr viele Genres
+ nie berechenbar, immer überraschend und quirlig
+ unverständlicherweise etwas unterschätzt und untergegangen; daher noch immer eine Art Geheimtipp
+ Ideen aus anderen Filmen werden hervorragend benutzt, verdreht, verwurstet - obwohl in Zukunft vielleicht noch ein bisschen mehr Eigenständigkeit reinkönnte
Fazit: ein völlig abgedrehter und super sympathischer Retrospass. Clever, trashig, kultig. Berechnend und im Grunde recht mainstream, aber dennoch eine deftige Packung Fun und Nerdtum. Hat überraschend viel Bock gemacht! (8,5/10)