Review

Es ist ein bekanntes Klischee: Fortsetzungen sind meistens Abklatsche, Storylines werden am bequemsten wiederholt und was unten rauskommt, ist meistens eine Nummer kleiner als der Vorgänger, rein qualitativ gesehen.
Umso überraschender, wenn man sieht, was ein paar Gewichtungsumverteilungen so alles ausmachen können.

Denn "Final Destination 2" ist nichts anderes als eine Rekapitulation des ersten Teils, der wiederum eine Gruppe von Leuten dem Tode per Vorahnung entkommen lässt, auf dass der Sensenmann dann daran geht, seine Fehler im Sinne einer nicht fassbaren Ordnung zu korrigieren. Kann das anöden? Klar, aber in diesem Fall wohl frühestens bei Teil 3, denn der zweite Durchlauf bringt einen gesund sadistischen Humor und nicht unerhebliche Drastigkeit bei den Todesszenen mit sich.

Das kann nur so erklärt werden, als das sich die Macher bewusst waren, dass die Storyline eh nicht besonders doll gewesen ist und ihr Heil in schön perfide konstruierten Todesszenen suchten, bei denen sie die Delinquenten, natürlich nur für den Zuschauer sichtbar, gleich reihenweise Todesgefahren subtiler Natur aussetzten, um dann das Unvermeidliche ewig hinauszuzögern, bis ein überraschend harter Schluss dann endlich das Finale bringt.

Wer glaubt, das würde nicht reichen, der sollte den Film erst mal sehen. Der vorab als Vision gezeigte Massenunfall ist ein Meisterwerk an unheilvoller Konzeption, wenn er dann tatsächlich geschieht, bricht er trotzdem mit ungeheurer Wucht über die Beteiligten herein. Von da an ist es zum Glück nicht weit, bis zur Gewissheit, was hier vorgehen könnte, Ali Larter als Überlebende des ersten Teils erklärt so einiges, Tony Todd in seiner Leichenhalle ergänzt fleißig und führt ein paar neue Regeln ein, die Möglichkeiten für ein Entkommen offen lassen.

Und zwischendurch immer wieder Mordszenen von ungeheurer Knackigkeit. Tod per Leiter, Tod per Glasscheibe, Tod per Fahrstuhl, Tod per Airbag, Tod per Draht - und immer um ein paar Ecken herum präsentiert, so dass man es nie richtig erwartet hatte und immer herber, als gewünscht. Das hält wach und macht Laune.
Nur das Ende präsentiert sich in leicht vorhersehbarer Drögheit, beschützt wohl gleich zwei statt einer Person und wird viel zu lange angekündigt, ebenso wenig wie geklärt wird, warum die Hauptdarstellerin denn nun eigentlich so permanent hellsichtig ist. Der Schlussgag der allerknalligsten Sorte (nicht ganz so gut wie der Bus in Teil 1, aber immer noch heftig) schickt die Zuschauer dann auf die Reise.

Die Darstellerleistungen sind durchaus angemessen, Larter ist Verschwendung, aber Michael Landes ("Special Unit 2") kann ganz gut den Takt halten und A.J.Cook geht in Ordnung. Tony Todd stiehlt jedoch allen locker die Schau.
FD2 kann sich im Gegensatz zu anderen Beispielen gut gegen seinen Vorgänger behaupten und kann auch ohne die Vorkenntnis des ersten Films geschaut werden. So sollte es immer laufen, wenn die Präferenzen für zweite Teile festgesetzt werden. (7/10)

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