Schneller, härter, böser – diese Attribute treffen sicher nicht auf den nur mäßigen „Scream 3“ zu, bei „Final Destination 2“ treffen sie jedoch wie die Eisenspitze ins Auge! Die ebenbürtige Fortsetzung büßt zwar ein wenig düstere Atmosphäre ein, aber der Tod schlägt hier noch kreativer zu als beim Vorgänger.
Die Story ähnelt dem ersten Teil. Die junge Kimberly Corman (ja, auch hier haben die Storywriter wieder einige bekannte Horrorgrößen eingebaut) ist mit ihren Freunden auf dem Weg in den Urlaub. Es gibt zwar noch keinen Sex, dafür Drugs (irgendwie kifft in jedem Teeniefilm jemand) und Rock ´n Roll: AC/DCs „Highway to Hell“ tönt aus den Autolautsprechern; sehr zur Beängstigung von Kimberly. Denn kurz vorher wird vom tragischen Flugzeugunglück des Fluges 180 berichtet.
Doch dies ist nicht nur das einzige Omen: trinkende Truckfahrer, kollidierende Spielzeugautos, wovon einer sehr Kimberlys Wagen ähnelt und andere Vorzichen beängstigen die junge Frau. Kurze Zeit später gibt es einen ziemlich fett insznenierten Massencrash...in ihren letzten Lebenssekunden sieht Kimberly den Truck auf ihr umgestürztes Auto zurasen!
Doch nur ein Traum, wenn auch ein ziemlich realistischer. Doch als sich die Omen bewahrheiten dreht Kimberly ähnlich Alex Browning durch und stellt sich quer über die Strasse. Noch schimpfen die nachkommenden Fahrer; als dann die ersten Wagen kollidieren und explodieren, sind die Münder geschlossen. Noch keiner der Beteiligten ahnt, was noch auf sie zukommen wird – und in was für einer Verbindung sie mit den zunächst Überlebenden des Fluges 180 zu tun haben...
„Final Destination 2“ rockt. Ich finde ihn sogar noch besser als den ersten Teil. Und das liegt nicht nur an den kreativen und weitaus blutigeren Toden. Der Film überzeugt einfach. Klar, die Geschichte ist nur eine Variation des Erstlings, aber wie sie variiert wird...vor allem die Highlights, die „creative killings“ sind viel expliziter und unvorhersehbarer. Jede Sekunde meint man, es passiert was, dann doch wieder nicht und dann....wieder nichts. Aber dann kommt es umso übler; ja der Tod hat sich richtig was einfallen lassen.
Die Darstellung des Todes ist vielleicht einzige zu kritisierende Schwäche des Filmes. Er kündigt sich eben nicht mehr so düster – atmosphärisch an und auch die Locations sind weniger bedrohlich. Zwar weht auch hier mal etwas Wind, aber so richtig dunkel – stimmig sind nur wenige Szenen. Alles ist einem eher mehr farbenfroheren Look gewichen, fast comichaft. Trotzdem ist der Film spannend von der ersten bis zur letzten Minute und weiß ob seiner Überraschungen sehr zu gefallen.
Die Darsteller gefallen mir noch mehr als im ersten Teil. Zwar ist dies „nur“ ein zusammengewürfelter Haufen Menschen verschiedener (Alters)Klassen, aber gerade hier liegt der Reiz. Nochmehr als die Schülergruppe müssen sie zusammenhalten, was sich schwierig gestaltet und Spielraum für gutes agieren gibt. Vor allem das Trio Kimberly, dem sympathischen Deputy und der aus dem ersten Teil überlebenden Clear ist gut gezeichnet und totale Sympathiefiguren. Zwar gibt es auch in diesem Teil weniger sympathische Charaktere, die aber dennoch gut gespielt sind. Auch Tony Todd als Leichenhäusler hat wieder eine Minirolle, die er aber stimmig rüberbringt.
Zudem ist der Film sehr actionreich, die anfängliche Autobahnkollision ist wirklich hervorragend gemacht und trotz merklichem CGI atmosphärisch. Bei den Splatter – F/X wird auch CGI eingesetzt, aber nicht nur – in Verbindung mit den handgemachten F/X kommen sie sehr schön zur Geltung (Baumstamm, Glasplatte).
Auch der Humorgrad wurde etwas angezogen. Neben (Roger) Corman geben noch ein Lewis (Godfather of Gore Hershell Gordon) und die Carpenters (klar: John) ihr Stelldichtein. Und eben die Omen, die Vorzeichen sind immer augenzwinkernd böse (der AC/DC Song, der Totenkopf im Fischaquarium, und und und). Man entdeckt immer wieder etwas neues. Nach dem obligatorischen Schlußgag kann man nur hoffen das es noch mehr Fortsetzungen der Reihe gibt. Denn mit dieser „Abart“ des Teenie – Slashers ist der Genrefreund weitaus besser bedient als mit dem unzähligsten stereotypen 08/15 – Slasher.
Fazit: „Final Destination 2“ - bisheriger Höhepunkt einer hoffentlichen Trilogie, Quadrologie, Quintologie...