Filme in schwarz-weiß hat entweder Dein Opa aus seiner Jugend oder Dein Fernseher ist kaputt. So einfach das bislang war, ein Regisseur namens Darren Aronofsky bringt jetzt Verwirrung in Dein Weltbild. Er hat "Pi" im Jahre 1998 gedreht und das in schwarz-weiß. Vielleicht hat er auch nur üben wollen für den zwei Jahre später recht erfolgreichen Drogenstreifen "Requiem for a dream", man weiß es nicht. "Pi" jedenfalls ist eine Mischung aus Fantasy-Thriller und Science-Fiction.
Monochromes Bild und monotone Handlung, so könnte man "Pi" zusammenfassen. Der Eigenbrötler Maximillian Cohen verschanzt sich in seiner kärglichen Bude hinter antik anmutenden Apparaten, eine Mischung aus Computer und Börsenparkett. Verzweifelt durchforstet er die Natur auf der Suche nach mathematischen Mustern, um so die Welt nicht nur erklärbar sondern den Ablauf der Zukunft vorhersagbar zu machen. Sein Mentor Sol Robeson fördert ihn bei der Suche nach dem Schlüssel zum Erfolg, doch so einige zwielichtige Gestalten beginnen sich ebenfalls für Max zu interessieren. Der nervigen Marcy Dawson gelingt es schließlich ihn mit einem neuen Computerchip zu ködern.
"Pi" handelt von einer mathematischen Materie, die sich Dir selten in seiner Weisheit gänzlich zu erschließen vermag. Die Bilder in Orson-Welles-Qualität polarisieren keineswegs, selten wurde ein Stilmittel so bewußt gewählt um dann wirkungslos im Raum zu verhallen. Aronofsky kann hier weder fesselnd erzählen noch eine Handlung überhaupt zusammenhängend und logisch nachvollziehbar aufbauen. Wer "Brazil" kennt wird sich an antiquarische Geräte die gleichzeitig mit Science-Fiction-Elementen gespickt sind allzu gut erinnern. Doch selbst mit gutem Willen kann man bei "Pi" nicht von einer gelungenen Anlehnung an das diesbezügliche Vorbild sprechen.
Sean Gullette versucht als Protagonist noch einiges zu reissen, doch die Rolle gibt nicht viel her. Zu bieder muß Max wirken, immer gleich die krankheitsbedingten Anfälle, die Mimik ohne Abwechslung. Schade, profilieren konnte sich das Talent hier nicht. Vielleicht auch ein Grund warum er später im bereits erwähnten "Requiem for a dream" eine zweite Chance von Aronofsky bekam und diese besser zu nutzen wusste. Oder war diese Rolle dann lediglich eine Entschädigung für "Pi"?
Den Hype um einen angeblichen Kultfilm wirst Du vielleicht nicht nachvollziehen können, trotzdem solltest Du Dir den Streifen einmal antun - damit Du weißt wovon andere so schwärmen. Geschmäcker sind verschieden - und darüber kannst Du nach diesem Film trefflich mit anderen streiten.
(3/10)