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In Roland Emmerichs „Universal Soldier“ standen Jean-Claude van Damme und Dolph Lundgren 1992 erstmals gemeinsam vor der Kamera, seitdem spielten sie dreimal Kontrahenten. Für den Regiedebütanten Pasha Patriki also die große Möglichkeit, aus den beiden Actionhelden ein Team zu formen, doch von den 100 Minuten Laufzeit spielt sich dies in weniger als zehn Minuten ab.

Agent Wheeler (van Damme) erwacht eines Tages an Bord eines geheimen U-Boot-Gefängnisses. In einem Verhör soll er den CIA-Agenten den Aufenthaltsort eines Datenträgers verraten, doch Wheeler gelingt die Flucht. Gemeinsam mit Agentin Taylor (Jasmine Waltz) versuchen sie Licht ins Dunkel zu bringen, während an jeder Ecke ein Feind lauern kann…

Nach einem halbwegs gelungenen Einstieg mit einer Ballerei rund um ein Motel geht es rasch an Bord, wo sich die Handlung bis zum Finale erstreckt. Jene bildet zunächst ein heilloses Durcheinander um Verschwörungen, Intrigen und dem ominösen Datenträger, bei dem sich einige Zeit nicht erschließt, wer welchem Lager angehört und warum bestimmte Ziele verfolgt werden. Derweil sitzt Lundgren als Marco in einer Gefängniszelle, scheint mit Zeichnungen und Lesen beschäftigt zu sein und darf sich in der ersten Hälfte nur dreimal kurz äußern.

Mit dem Befreiungsschlag Wheelers kommt zwar ein wenig Tempo auf, doch so richtig spannend gerät die Chose zu keiner Zeit. Trotz erahnbarer Twists sind die Fronten bald geklärt, wodurch weitere Überraschungen weitgehend ausbleiben. Die regelmäßig eingestreute Action überzeugt immerhin mit einigen blutigen Einschüssen und Messerstichen ohne CGI, doch die Glaubwürdigkeit in Sachen Zielwasser und der Beschaffenheit der Bootswände geht dabei merklich flöten.

Bedauerlicher ist allerdings die Tatsache, dass van Damme und Lundgren für die kurze Zeit ein tolles Gespann mit flotten Szenen zum Schmunzeln liefern, doch nach wenigen Minuten löst sich das Gefüge ohne ersichtlichen Grund wieder auf. Auch eine Möglichkeit, Actionfreunde alter Schule einen ordentlichen Dämpfer zu verpassen.

Gleiches gilt für die wenigen Prügeleien, die trotz tauglicher Choreographie nicht allzu viel hergeben. Keine sonderliche Akrobatik, keine Zweckentfremdung von Alltagsgegenständen, lediglich der Fight zwischen Jean-Claude und Sohn Kris lässt für einen Moment aufhorchen, offenbart jedoch ebenfalls keine außergewöhnlichen Schauwerte.
Darstellerisch spult van Damme sein gewohntes Programm ab, allerdings wirkt er auffallend müde. Deutlich mehr Spielfreunde bringt Lundgren ein, gleiches gilt für Al Sapienza, der einen nuanciert aufspielenden Bösewicht abgibt.

Somit verpasst Regisseur Patriki die Möglichkeit, aus simplen Gegebenheiten einen dynamischen Actioner zu kreieren, bei dem nicht nur die Dialoglast im Mittelteil und die eindimensional gestalteten Räumlichkeiten Leerlauf spürbar machen. Handwerklich, speziell kameratechnisch ist wenig zu bemängeln, doch die im Kern simple Geschichte fördert nur selten Spannung zutage, während die Action zu keiner Zeit über Durchschnittskost im B-Bereich hinauskommt.
4,5 von 10

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