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Vor einigen Jahrhunderten gerät Lilith bei einem Duell zwischen die Fronten und wird angeschossen, der Überlebende Sethane rettet ihr Leben, in dem er sie beißt und in einen Vampir verwandelt. Heute lebt sie als Auftragskillerin und ist auf Mitglieder eines Geheimbundes angesetzt. Ansonsten treibt sie sich in einem Gothic-Club herum, wo auch Scotland Yard bei seinen Ermittlungen nach dem unbekannten Killer herumschnüffelt. Mit einer modernen Anleihe an Bram Stokers Roman kommt „Razor Blade Smile“ daher, die moderne Vampirin geht dabei bis an die Zähne bewaffnet auf Beutezug. Ihr ständiges Fauchen und Zähne fletschen ist hochgradig albern, zumal Liliths gebogene Reißzähne eher wie Hörnchen aussehen. Sowohl die Stimme aus dem Off, wie auch ihre Gespräche mit anderen Charakteren vermitteln díe Lebensweise des modernen Vampirs, der Knoblauch. Licht usw. nur bedingt verträgt, aber ansonsten nach Integrität in der Gesellschaft sucht. Die Beißereien stehen immer im Zusammenhang mit Lust und Sex, so bietet die bunte, doch billige Hochglanzoptik genau so viel Erotik, wie Vampirhorror. Trotzdem bringt dieser Low-Budget-Streifen von Jake West für einen Vampirfilm nicht unbeträchtliche Blutbäder mit sich, bei Rückblenden sind die roten Blutlachen in S/W-Bilder integriert. Überhaupt versucht die Kamera und der Schnitt oftmals, die DV-Bilder in eine Videoclip-Ästhetik zu verwandeln, die sicher nicht jedermanns Geschmack trifft. Angesichts der billigen Dialoge und der dazu passenden Synchro schwanken die Charaktere zwischen freiwilligen Gags und unfreiwilliger Peinlichkeit. Betrachtet man „Razor Blade Smile“ ohne jeden ernsthaften Anspruch, so kann dieser Trash, der sich selbst nicht ernst nimmt, durchaus für kurzweilige Unterhaltung sorgen. Große Längen gibt es nicht, dafür einige krude Ideen, wie z.B. ein Scotland Yard-Ermittler, der sich mit Angel Dust über die Schmerzen aufgrund eines Holzpflocks in seinem Leib zu helfen versucht. Sogar die Illuminaten packt die zusammengewürfelte Story noch aus, insgesamt kann dieser Fantasy-Thriller als actionreichere, optisch digital aufgepeppte Variante von Rollin-Filmen wie "Vampire“ durchgehen. Die Darsteller sind in diesem kleinen, aber ungewöhnlichen Trashfilmchen zu Hause, B-Movie-Ikone David Warbeck als sarkastischer Pathologe hat leider viel zu wenig Auftritte, während die in jeder Hinsicht ausufernde Eileen Daly ("Cradle Of Fear") die Hauptrolle mimt.

Fazit: Vampir-Trash in DV-Aufmachung mit viel Erotik und Blut. Nur für Fans anspruchsloser Kost zu empfehlen, die werden hiermit einigen Spass haben. 5/10 Punkten

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