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„Razor Blade Smile“ bietet einen modernen Vampirstreifen, der alle Zutaten beinhaltet, um locker als Trashfilm durchzugehen. Leider nicht ohne einige Längen, die den Spaß doch ein wenig bremsen.

Lilith Silver ist seit weit über hundert Jahren Vampirin, seitdem sie damals beim Duell zwischen ihrem festen Kerl und dessen Widersacher Sethane nach einer tödlichen Rangelei vom Letzteren zum weiblichen Blutsauger gemacht wurde. In der Jetztzeit arbeitet sie als Profikiller und vereint somit Beruf und Blutdurst. Doch bald wird sie von einem Syndikat in eine Falle gelockt und Kopf des Ganzen scheint Sethane zu sein…

Da kann man zeitweise wirklich seinen Spaß haben, denn die Darsteller agieren genauso hölzern wie der Müll, den sie labern und die steife deutsche Synchro gibt der Sache den Rest. Bei manchen Szenen kann man sich vor gebotener Doofheit nur vor Lachen krümmen.
Allein die Ansammlung klischeebeladener Grufties und die dazugehörigen Dialoge lassen langjährige Freunde dieser Typen vor Freude gleich die alten Cure-Poster hervorkramen.
Als Hauptdarstellerin performt Erotikdame Eileen Daley, die zwar nicht schauspielern kann und für meinen Geschmack auch kein hübsches Gesicht hat, aber zumindest über eine erotische Lack-Garderobe verfügt und damit einen Erotikpunkt einheimst.
Die mit ihr verbundenen Softsexszenen sind allerdings weniger spannend und nehmen dem trashigen Treiben leider die meiste Substanz.

Die Story ist natürlich reichlich hohl, kann aber zumindest keine größeren logische Schwächen aufweisen und hält für den Showdown noch eine kleine Wendung parat. Ein paar mal gebissen wird natürlich auch, aber von Splattereffekten sollte man hier nicht sprechen, auch wenn jede Menge Kunstblut fließt.

Was handwerklich positiv auffällt, ist die Videoclip-Optik, die mit sämtlichen Stilmitteln der Filmkunst versehen wurde. Schon zu Beginn haben wir ein Schwarz-Weiß-Szenario, bei dem nur das Blut rot gefiltert wurde. Auch im Verlauf werden Farbfilter vielseitig, aber nie unpassend eingesetzt und auch die Slow-Mo, bzw. Zeitraffer-Einsätze machen schon schick was her.

Somit haben wir einen über weite Teile sehr trashigen Vampirfilm, kombiniert mit ein paar Actionelementen in ansprechender Optik. Wenn man ohne jeglichen Anspruch an den Streifen herangeht, kann man bis auf ein paar langweilige Szenen durchaus seinen Spaß haben.
6 von 10 Punkten

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