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In "Extreme Rage" versucht Vin Diesel (Der Soldat James Ryan) zu zeigen, dass er ein Schauspieler und eben kein hirnloses Testosteronmonster ist. Und das gelingt ihm auch und mit diesem Film brachte er sogar noch vor "Kill Bill", "The Punisher", "Walking Tall" und "Mann unter Feuer" einen Selbstjustiz-Thriller in die Kinos bzw. DVD-Regale.

Aufgewachsen in den Gangs von L.A schuf der harte Lebensstil für Sean Vetter (Vin Diesel) die idealen Vorraussetzungen für eine Karriere als Drogenfahnder. Zusammen mit seinem Partner Demetrius Hicks (Larenz Tate) bringt der DEA-Agent Memo Lucero (Geno Silva) den wichtigsten Drogenlord des mexikanischen Kartells hinter Gitter. An dessen Stelle übernimmt ein neuer, skrupelloser Schmuggler namens DIABLO die Macht im Kokain-Imperium. Als Einstand befiehlt er, Vetter umzulegen. Der Agent kommt zwar knapp mit dem Leben davon, aber seine geliebte Frau wird bei der Schießerei tödlich getroffen. Vetter schwört Rache und besorgt sich die nötigen Informationen über den geheimnisvollen Diablo. Auf dem Höhepunkt seines Feldzuges demonstriert Vetter kompromisslos, wie er persönlich das Gesetz der Straße anwendet.

Vin Diesel liefert hier eine gute Schauspielleistung ab, die man nach "Triple-X" nicht mehr von ihm erwartet hatte. Auf den Spuren von Steven Seagal und Jean-Claude Van Damme wandelnd, zeigt er aber dennoch, dass er an Mimik und Schauspielerei mehr drauf hat als diese beiden Herrn. Dennoch ist und bleibt für mich The Rock (Doom) der ultimative Schwarzenegger-Nachfolger. Vielleicht machen Vin Diesel und The Rock ja mal gemeinsam einen Film, wo die Verhältnisse entgültig geklärt werden. Als Partner von Diesel läuft einem dann Larenz Tate (Ray) durchs Bild, der einen passablen Buddy abgibt. Als Gegner serviert man uns Geno Silva (The Lost World: Jurassic Park) und Timothy Olyphant (The Girl Next Door), der als Hollywood Jack nach "Scream 2" wieder mal den bösen Buben raushängen lassen darf. Ein wenig stört allerdings George Sharperson (Showtime) als Big Sexy, da er sämtliche Schwarzen- und Gangsta-Klischees ausgiebig breit trampelt.

Regisseur F. Gary Gray (Be Cool) liefert hier einen ordentlichen Action-Thriller ab, der wie eine Mischung aus "Traffic - Die Macht des Kartells" und "Hard to Kill" aussieht. Dabei bekommt man auch recht blutige Shoot-Outs sowie Head-Shoots, passable Explosionen und etwas Gekloppe geboten. Bei der Straßen- und Club-Schießerei packt Vin Diesel dann wieder die Kanone aus und macht das, was seine Fans sehen wollen: Böse Buben niederballern und Ärsche eintreten. Leider hat man es auch in "Extreme Rage" nicht vermieden, wieder mal ein paar pseudocoole Ghetto-Neger aus'm Käfig zu lassen, die Vetter mit großer Fresse und fetter Gatling-Wumme tatkräftig unterstützen. Denn schließlich war Vetter ja mal ein Mann der Straße von Los Angeles und gehört trotz Dienstmarke noch zur "Familie". Ohne diese ganzen Neger-Klischees und Gangsta-Getue wäre aus "Extreme Rage" noch an recht guter Action-Thriller in bester "Hard to Kill"- und "The Punisher"-Tradition geworden. Storymäßig gibt es dann auch noch hier und da ein paar Schwächen, die aber nicht so störend sind wie die Gangsta-Zustaten.

Zum Schluss bleibt dann ein ordentlicher Action- bzw. Selbstjustiz-Thriller mit toller Action und nervigen Gangsta-Klischees zurück, der aber immerhin noch Vin Diesels bisher bester Film ist.

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