Die Love-Story hätte ihn gereizt, gab Vin Diesel einstmals an, als er zu seiner Entscheidung befragt wurde „Extreme Rage/ A Man Apart“ zu machen.
Nun ja, wer andauernd testosteronstrotzend auf irgendwelchen Fremdplaneten oder noch schlimmer, in Osteuropa rumkraucht, der will auch mal knuddeln.
Ansonsten sehe ich da keinen besonderen Grund, warum dieses Drehbuch sein Interesse erregt haben sollte.
„Extreme Rage“ ist der x-te Aufguß einer bronsonesken Rächerstory, bei dem der gefangene Drogenboß die Frau des Polizisten töten lässt, woraufhin der einen gnadenlosen Rachefeldzug persönlicher Natur startet.
Das führt bei präpubertären Naturen sicherlich immer noch zu spontanen Erektionen, aber den erfahrenen Filmliebhaber beschleicht sofort das große Gähnen.
Zwei rudimentäre Kanten hat der Film natürlich noch, denn erstmal ist Diesel Polizist und reitet somit mit seinen Extratouren andauernd seine treuen Kollegen in die Kacke und ferner hat der Film, der sich der Jagd nach dem Nachfolger des Drogenbosses verhaftet sieht, tatsächlich noch so etwas wie einen Plottwist, der uns den Tag aber auch nicht mehr retten kann.
Die schöne Lovestory beschränkt sich auf kuscheliges Herumrobben nach dem Dienst im Ehebett (ein so schönes Strandhaus muß sich ein simpler Polizist erst mal leisten können!), doch nach einer guten halben Stunde segnet Madame das Zeitliche, der Rest ist Standard.
Ich bin durchaus gewillt, zu konstatieren, dass Diesel den gebrochenen Polizisten gemäß seiner beschränkten Mittel recht ordentlich darstellt und einige von den Schießereien von erlesener Brutalität sind, aber richtiges Interesse kann der Film nicht wecken und ist dazu mit 100 Minuten reiner Laufzeit noch dazu viel zu lang.
Hier soll einem Actionstar Substanz verliehen werden, in Wirklichkeit kleistert man alles nur mit Cop-Klischees zu – wäre ein realistischer Anstrich dabei, hätte Dieselchen schon nach der Hälfte der Spielzeit gepflegt außer Dienst im Knast gesessen.
Wirklich nur für ganz verzweifelte Abende. (4/10)