Mit "The Fast and the Furios" und ganz besonders mit "Triple X" spielte sich Hauptdarsteller Vin Diesel in die Herzen der Fans. Eigentlich wurde er von Steven Spielberg entdeckt und durfte direkt in dessen Antikriegsfilm "Der Soldat James Ryan" auftreten. Seit gut über einem Jahr war nichts mehr von Diesel zu hören. "The Babynator" erfreute eher die ganz junge Gemeinde, in "Tokyo Drift" hatter nur einen Miniauftritt und sein neuester Film "Find me Guilty" hat immer noch nicht den Weg auf DVD gefunden. Diesel ist nun im Gespräch für die Hauptrolle in der Verfilmung des Computerspiels "Hitman - Codename 47".
Hier agiert Diesel unter dem Regisseur F. Gary Gray, der mit "Italian Job" und "Verhandlungssache" auch schon wesentlich bessere Tage gesehen hat. Die Schuld ist hier größtenteils beim Drehbuch zu suchen, aber auch Gray´s Inszenierung kommt sehr motivationslos daher. Kein Wunder, dass die Kritiken sehr negativ ausfielen, zudem sehen oder wollen wieder alle nur das Thema Selbstjustiz sehen.
Sean Vetter (Vin Diesel) ist in einer Spezialabteilung des DEA, welche sich nur auf Drogen spezialisiert hat. Mit seinem Kumpel Demetrius Hicks (Larenz Tate) und seiner Einheit gelingt ihnen mit der Verhaftung des Baja-Kartell Bosses Memo Lucero (Geno Silva) ein echter Coup. Doch dessen Platz wird kurz darauf von dem Drogenbaron "Diablo" übernommen. Auch auf Vetter scheint man es abgesehen zu haben, denn eines Nachts dringt eine Gruppe Killer in sein Haus ein. Seine Frau Stacy (Jaqueline Obradors) wird dabei getötet, Sean selbst schwer verletzt. Nach seiner Genesung lebt Sean nur noch für seine Vendetta. Er will den Drahtzieher hinter dem Mord an seiner Frau finden. Dafür kooperiert er sogar mit Memo, verprügelt oder tötet vermeintliche Verdächtige und wird bald von der DEA suspendiert. Doch Sean ermittelt weiter. Mit Hilfe von Demetrius will er das ganze Kartell ausheben.
Drogen sind noch heute ein top aktuelles Thema. Man kann gar nicht mehr zählen, wie oft man das weisse Pulver als Story für einen Film herhalten musste. Hier bekommen wir jedoch nur Klischees serviert. Man nimmt einen mächtigen Drogenbaron fest, der noch schwört sich zu rächen und kurz darauf ist Sean´s Frau tot. Warum man nur ihn töten wollte und nicht auch noch Demetrius Hicks bleibt fraglich. Obendrein war man bei der Festnahme von Memo sehr unvorsichtig. Man trug nur ein Tuch über dem Mund anstatt einer Maske und schreit auch noch die Namen seiner Kumpanen in der Gegend herum, damit es auch Jeder mitbekommt, wer sich hinter der DEA Spezialeinheit verbirgt. Viel zu früh nimmt man das Tuch vom Gesicht, sogar noch am Ort des Geschehens. Und dann wundert sich Sean, warum er plötzlich überfallen wird.
Ab Stacy´s Tod geht es nur noch um Sean´s Rache am Kartell. Immerhin schafft es Gray eine falsche Fährte zu legen, doch der Genrekenner durchschaut das mit Leichtigkeit. Ansonsten funkrioniert alles nach Schema F. Sean ist von Trauer zerfressen, beginnt zu saufen, verpatzt einige Einsätze, wird immer gewalttätiger und schließlich wird er gefeuert, um dann auf eigene Faust zu ermitteln.
Noch ein großer Störfaktor ist der ständige Ortswechsel. Wir pendeln hier von Land zu Land, von Stadt zu Stadt. Hier mal ein Mord, dort mal ein unwichtiges Gespräch, anhand dieser vielen Schwenks blickt man bald überhaupt nicht mehr durch. Dem Zuschauer werden Dutzende von Charaktere präsentiert, die in dem Film nur untergeordnete oder überhaupt keine Rolle spielen. Es gelingt Gray sogar Sean ein bisschen Teife zu verleihen, aber das ändert nicht die Tatsache, dass die Story ein einziges Klischee ist. Da nützt auch das viele Drum herum nicht mehr.
Das Positive an diesen Schwenks ist, dass man einige sehr exotische Bilder zu sehen bekommt, die schon wieder fast zu freundlich für diesen sehr ernsten Actionfilm sind.
Wenn dabei wenigstens die Action zahlreich vorhanden wäre, könnte man zumindest teils über das Klischeegetriefe hinweg sehen. Aber der Film dümpelt mit seinen 105 Minuten Lauflänge vor sich hin. Man quetscht Informanten aus, wenn die nicht reden wollen, werden sie bedroht, zwischendurch mal ein kleiner Schusswechsel, solide Action kann nur der Auftakt und das Finale bieten. Die Shootouts allgemein können sich sehen lassen, die restliche Action ist nur auf Brutalität aus, anstatt auf Qualität. Die kleinen Keilereien fallen eher hölzern aus, daneben gibt es noch einige Morde und die endlosen Ermittlungen. Sean und Demetrius kommen nur sehr schleppend voran, dann zwischendurch die typische Streitszene der besten Kumpel, bevor die Jagd weitergehen kann.
Ich weiss nicht, ob Vin Diesel hierfür die richtige Wahl ist. Er gibt sich sichtlich Mühe, was man ihm auch anrechnen muss. Doch dieser scheußliche Vollbart passt nicht zu ihm. Larenz Tate ist ganz passabel, Timothy Olyphant gibt das Arschloch recht überzeugend und Geno Silva gibt einen brauchbaren Fiesling ab. Doch richtig überzeugt hat mich hier Niemand, alles wirkt so motivationslos heruntergekurbelt.
Gray hat aber zumindest ein gutes Auge für den modernen Style und nervt auch nicht mit Wackelkameras.
Mit Längen durchzogener Actioner, plus einer Story, welche nur auf Klischees aufgebaut wurde. Lahme Action, ordentliche Darsteller und eine schicke Optik.